Weil er an einem brutalen Raubüberfall auf ein Schmuckhändler-Ehepaar in Frankfurt-Griesheim beteiligt gewesen sein soll, muss sich seit Freitag ein 28 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Frankfurt verantworten.

Die Anklage legt ihm schweren Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last. Demnach soll er im Oktober 2017 vor dem Juwelierladen der jeweils 78 Jahre alten Eheleute Schmiere gestanden und die vor dem Wohnhaus der Opfer wartenden vier mutmaßlichen Haupttäter über Mobiltelefon von deren naher Ankunft informiert haben.

Beim anschließenden Überfall waren die Eheleute brutal misshandelt worden. Der Ehemann starb an seinen schweren Verletzungen. Drei der Männer wollten über das Obergeschoss flüchten, scheiterten jedoch an der Vergitterung sämtlicher Fenster. Nur einem der Räuber gelang die Flucht. Während des Prozesses gegen die Haupttäter, der im Herbst vergangenen Jahres mit Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren endete, wurde der 28-Jährige festgenommen und im Januar schließlich nach Deutschland ausgeliefert. Er soll bei der Tat Schmiere gestanden haben.

Das Gericht signalisierte am ersten Verhandlungstag nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren, sollte er ein Geständnis ablegen. Der Tod des Opfers wird ihm nicht angelastet, da er nicht am Tatort war. Die Strafkammer hat sieben Verhandlungstage bis Ende September terminiert.