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Lastwagenfahrer nach tödlichem Unfall vor Gericht

Im Mai 2021 raste ein Lkw-Fahrer ungebremst in zwei Pannenautos auf dem Standstreifen der A3. Die Fahrer der beiden Autos starben. Seit Freitag muss sich der Unfallfahrer vor Gericht verantworten. Er vermutet technische Mängel - dem widerspricht ein Gutachter.

Seit Freitag steht ein 32 Jahre alter Lkw-Fahrer wegen eines Verkehrsunfalls mit zwei Todesopfern vor dem Frankfurter Amtsgericht. Ihm wird vorgeworfen, im Mai 2021 auf der A3 nahe dem Frankfurter Flughafen auf dem Standstreifen mit zwei dort stehenden Pannenautos kollidiert zu sein. Ungebremst bei Tempo 90.

Ein Autofahrer und eine Autofahrerin standen in diesen Moment laut Polizei vor ihren Fahrzeugen. Durch den Aufprall des Lkw seien sie von ihren eigenen Autos erfasst worden. Der 35 Jahre alte Mann starb noch vor Ort, die 27-jährige Frau erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Angeklagter spricht von Erinnerungslücken

Vor Gericht sprach der Angeklagte nun unter Tränen von Erinnerungslücken. Er könne sich nicht erklären, warum der schwere Lastwagen mit Anhänger nach rechts abgedriftet sei, immer wieder sehe er die Schwerverletzten vor seinem inneren Auge. Offenbar habe eine entsprechende Warnvorrichtung in dem Laster nicht funktioniert, erklärte er.

Dem Gutachten eines Sachverständigen zufolge war das Fahrzeug jedoch in einem technisch einwandfreien Zustand. Weil der Fachmann am Freitag nicht vor Gericht anwesend sein konnte und noch Zeugen gehört werden sollten, sind zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt worden. Mitte Oktober soll der Prozess zu Ende gehen.

Polizei hatte Gaffer aus Auto gezerrt

Der Fall hatte seinerzeit aus einem weiteren Grund für Aufsehen gesorgt. Die Polizei wurde damals nach eigenen Angaben vor Ort von Gaffern gestört. Einem von ihnen erteilten die Beamten dabei eine Lektion. Noch bevor die Unfallstelle abgesperrt war, hielten sie ein vorbeifahrendes Fahrzeug an.

Auf Videoaufnahmen war zu erkennen, dass sie einen Mann aus dem Auto zerrten, ihm offenbar sein Handy abnahmen und seine Personalien notierten. Anschließend führten sie ihn über die Unfallstelle zu dem abgedeckten Getöteten am Fahrbahnrand.

Der Beifahrer des Wagens hatte der Polizei zufolge die Szene mit seinem Handy gefilmt. Der Mann habe sich, von den Beamten darauf angesprochen, "sehr uneinsichtig" gezeigt. Daraufhin habe man mit ihm die Unfallstelle "aufgesucht" und ihm Trümmerteile gezeigt, so die Polizei damals. Im Anschluss habe man mit ihm ein "aufklärendes Gespräch" geführt, woraufhin ihm die Tragweite seines Handelns bewusst geworden sei.

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