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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozess um Tod von Chihuahua Norbert geht in die nächste Instanz

Der Angeklagte trägt den Stock, mit dem er Norbert (rechtes Bild) erschlagen haben will, in einer Plastiktüte verpackt in den Gerichtssaal.

Seit einem Jahr ist Norbert tot, erschlagen von einem Professor. Gerade hat das Wetzlarer Amtsgericht sein Urteil gesprochen. Aber das Chihuahua-Hündchen kann noch immer nicht in Frieden ruhen.

Der Prozess war zäh, mitunter auch bizarr. Aber nach immerhin fünf Verhandlungstagen wusste das Amtsgericht Wetzlar genug für ein seiner Meinung nach gerechtes Urteil im Fall des erschlagenen Chihuahua Norbert aus Waldsolms-Brandoberndorf (Lahn-Dill): zehn Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von knapp 6.000 Euro wegen gefährlicher Körperverletzung zu Lasten des Frauchens und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Doch sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft sind mit dem Urteil von Ende Januar nicht einverstanden.

Beide Seiten haben Berufung eingelegt. Das hat Amtsgerichtssprecherin Jeanette Vollmer am Montag dem hr auf Anfrage bestätigt. Und damit geht der Fall in die Verlängerung vor dem Landgericht Limburg.

Alles nur ein Unfall?

Im Februar 2019 war es zu dem fatalen Zwischenfall in Brandoberndorf gekommen Der heute 64-jährige Hochschulprofessor Gerald R. erschlägt beim Joggen den kleinen Chihuahua Norbert. Vor Gericht gibt er an, er habe sich gegen einen anderen Hund zur Wehr setzen wollen und eine abwehrende Ausholbewegung mit einem Stock gemacht. In diesen Schlag sei Norbert hineingesprungen. Der Hund wurde dabei so schwer verletzt, dass er kurz darauf eingeschläfert werden musste.

Ein Unfall also? Nebenklage und Staatsanwaltschaft in Wetzlar gehen dagegen davon aus, dass er mehrfach auf den Hund eingeschlagen und anschließend auf die Mitbesitzerin des Hundes losgegangen war. Dieses wurde leicht verletzt. Dieser Schilderung war das Amtsgericht nach einer zähen Verhandlung gefolgt und hatte den Mann verurteilt. Die Berufungstermine am Limburger Landgericht stehen noch nicht fest.  

Sendung: hr4, 03.02.2020, 12.30 Uhr