Ermittler der Polizei am Frankfurter Niddaufer
Ermittler der Polizei im Januar 2007 am Frankfurter Niddaufer. Bild © picture-alliance/dpa

Elf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Drogendealers stehen die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht. Sie sollen ihrem Opfer am Nidda-Ufer in Frankfurt in den Kopf geschossen haben - allerdings aus Versehen.

Der Fall hatte im Januar 2007 für viel Aufsehen und große Verunsicherung gesorgt. Ein Radfahrer war am Ufer der Nidda im Frankfurter Stadtteil Rödelheim Opfer eines Verbrechens geworden. Ein Spaziergänger hatte den 22-Jährigen mit einem Kopfschuss aufgefunden. Auch eine Not-Operation konnte ihn nicht mehr retten.

Ein Zufallsopfer? Ein Auftragsmord? Jahrelang fahndete die Frankfurter Polizei nach den Tätern, suchten nach dem Motiv und der Tatwaffe. Erst im vergangenen Jahr folgte der Durchbruch und brachte die Ermittler auf die Spur zweier Männer, die sich nun seit Mittwoch vor dem Landgericht verantworten müssen - allerdings nicht wegen Mordes.

Streit um Heroin

Die Staatsanwaltschaft wirft den heute 34 und 37 Jahre alten Angeklagten Raub mit Todesfolge vor. Sie sollen ihr späteres Opfer im Streit um Drogen getötet haben. Sie hatten den Ermittlungen zufolge Heroin bei dem Mann bestellt.

Die Männer sollen geplant haben, dem Drogenhändler das Rauschgift einfach abzunehmen. Deshalb hätten sie eine Pistole dabei gehabt. Ein Schuss habe sich gelöst und den 22-Jährigen tödlich am Kopf getroffen. Danach erbeuteten sie laut Anklage das Rauschgift und flüchteten.

Vor Gericht räumten die Angeklagten zu Prozessbeginn den äußeren Geschehensablauf ein. Der Schuss sei allerdings als Unfall anzusehen. Keiner von ihnen habe daran gedacht, den Dealer zu töten. Die Schwurgerichtskammer hat vorerst acht Verhandlungstage bis Mitte April terminiert.

Sendung: hr-iNFO, 21.02.2018, 6:00 Uhr