Die Angeklagten verdecken ihre Gesichter, Anwältin
Die Angeklagten und eine Anwältin Bild © hr

"Kauf mich!" - Unter diesem Titel sollen ein Mann und seine erwachsene Tochter eine 15-Jährige im Internet angeboten haben. Auch in Bordellen musste das Mädchen laut Staatsanwaltschaft für die beiden anschaffen. In Frankfurt hat am Mittwoch der Prozess begonnen.

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Wegen schwerer Zuhälterei müssen sich ein 45 Jahre alter Mann und seine 25-jährige Tochter seit Mittwoch vor dem Frankfurter Amtsgericht verantworten. Sie sollen im Jahre 2014 eine damals 15-Jährige von Ungarn - der Heimat des Hauptangeklagten - nach Deutschland gelockt und im Rhein-Main-Gebiet zur Prostitution gezwungen haben. Nach den Worten einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft übten die Angeklagten mit Drohungen und Schlägen Druck auf die Jugendliche aus.

Mit falschem Pass im Laufhaus erwischt

Das Mädchen war den Behörden aufgefallen, weil sie 2016 in einem Frankfurter Bordell mit falschem Pass erwischt worden war. Nachdem man sie nach Ungarn zurückgeschickt hatte, zeigte sie den 45-Jährigen und dessen Tochter an.

In mehreren Vernehmungen gab die junge Frau an, von dem Duo ausgebeutet worden zu sein. Auf Grundlage ihrer Angaben errechnete die Staatsanwaltschaft Einkünfte von 100.000 Euro, die die Frau komplett habe abführen müssen. Später räumte die mutmaßliche Geschädigte allerdings ein, mit dem 45-Jährigen eine Liebesbeziehung gehabt zu haben.

Liebesbeziehung mit dem Angeklagten

Währenddessen sei sie in verschiedenen Bordellen und FKK-Clubs im Rhein-Main-Gebiet tätig geworden. Einen Teil ihrer Einnahmen habe sie behalten dürfen. Das Verhältnis habe sich aber später verschlechtert.

Für die Liebesdienste wurde laut Staatsanwaltschaft auch die Privatwohnung der angeklagten Tochter genutzt. Dazu wurde eine Internetseite unter dem Titel "Kauf mich!" geschaltet.

Angeklagte bestreiten Zwang

Die Angeklagten bestritten, die Frau zur Prostitution gezwungen zu haben. Vielmehr habe diese ihre sexuellen Dienstleistungen freiwillig angeboten. Der Prozess soll am 18. Juli fortgesetzt werden. Dann wird auch schon das Urteil erwartet.

Sendung: hessenschau, 11.07.2018, 19.30 Uhr