In Bad Homburg hat der Prozess gegen eine 37-Jährige wegen Körperverletzung durch Unterlassung begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihre Großmutter mutwillig vernachlässigt zu haben.

Zum Prozessauftakt gegen eine wegen Körperverletzung an ihrer Großmutter angeklagten Frau hat diese jegliche Schuld bestritten. Die damals fast 100-Jährige habe aufgrund ihres Alters schlecht gegessen und getrunken, erklärte die 37-jährige Enkelin am Donnerstag im Bad Homburger Amtsgericht den schlechten Zustand ihrer Oma in den Jahren 2018 und 2019.

Sie habe ihre Großmutter zudem nur selten alleine in der gemeinsamen Wohnung in Neu-Anspach gelassen, etwa wenn sie eingekauft habe. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Körperverletzung durch Unterlassen vor. Sie soll die Seniorin unzureichend mit Essen und Trinken versorgt sowie immer wieder über längere Zeit ohne Betreuung in der zugemüllten Wohnung gelassen haben. Dort lebten außerdem 20 Katzen, Kaninchen, Hasen und Vögel.

Die mittlerweile gestorbene Frau hatte Nachbarn mit Hilferufen und Schlägen mit einem Gegenstand auf sich aufmerksam gemacht. Die alarmierten Rettungskräfte sprachen von einem "bestialischen Gestank" in den Räumen. Der Prozess wird im Oktober fortgesetzt.