Eingang zum Landgericht Hanau

Im April gingen in Hanau mehrere Männer mit Messern und Stangen aufeinander los. Der Anlass war laut Staatsanwaltschaft denkbar banal.

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hessenschau 16:45 Uhr 12.11.2020 Thumbnail
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Wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag in vier Fällen sowie auf gefährliche Körperverletzung müssen sich seit Donnerstag neun Angeklagte vor dem Hanauer Landgericht verantworten. Die Männer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren sollen Ende April in eine Massenschlägerei in der Hanauer Innenstadt verwickelt gewesen sein.

Laut Anklage, die am Donnerstag verlesen wurde, löste ein geringer Anlass die Schlägerei aus: Ein 26-Jähriger habe auf den Freiheitsplatz gepinkelt. Darüber sei er mit einem anderen Mann in Streit geraten, der eskalierte. Beide Seiten hätten Verstärkung herbeigerufen. Mit Messern und Metallstangen seien die beiden Gruppen aufeinander losgegangen.

Vier Männer wurden dabei lebensgefährlich verletzt. Sie erlitten zahlreiche Stich- und Platzwunden und schleppten sich selbst in die Notaufnahme einer Klinik.

Erst kursierte Falschmeldung

Die Tat sorgte in der Stadt für viel Aufregung. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein. Nur wenige Wochen zuvor hatte ein Rechtsextremist in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven getötet - das Sirenengeheul löste daher bei vielen Angst und Panik aus. Dazu trug auch einer erste Mitteilung der Polizei bei, die Männer hätten willkürlich Passanten angegriffen. Das stimmte aber nicht.

Wegen des Umfangs und der Corona-Pandemie wurde der Prozess vom Landgericht in den Congress Park verlegt. Verhandlungstage sind bis Februar anberaumt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 12.11.2020, 16.45 Uhr