Tatort in der Limburger Innenstadt

Ein Mann überfährt seine Ehefrau mit dem Auto, schlägt anschließend mit Axt und Beil auf ihren reglosen Körper ein. Zeugen filmen die Tat, die sich im Oktober in Limburg ereignet. Jetzt steht der Angeklagte wegen Mordes vor Gericht.

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hessenschau vom 12.05.2020
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Sieben Monate nach der tödlichen Attacke auf eine Frau in Limburg hat am Dienstag der Mordprozess gegen ihren Ehemann begonnen. Der Angeklagte soll die 31-Jährige im vergangenen Oktober mit einem Auto angefahren und anschließend mit Axt und Beil auf sie eingeschlagen haben. Sie starb noch am Tatort.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-jährigen Angeklagten heimtückischen und aus niederen Beweggründen begangenen Mord vor. Ein Motiv sieht die Staatsanwaltschaft in der Trennung des Paares: Zur Tatzeit wohnte die 31-Jährige mit den beiden gemeinsamen Kindern in einem Frauenhaus in Limburg. Zuvor hatte die Familie gemeinsam in Rheinland-Pfalz gelebt.

Mit 90 km/h überfahren, Hiebe mit Axt und Beil

Um den Aufenthaltsort seiner Frau herauszubekommen, engagierte der Angeklagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Privatdetektiv. Dann soll er sich ein Auto geliehen, seiner Frau in der Nähe des Limburger Bahnhofs aufgelauert und sie mit 90 Stundenkilometern überfahren haben. Passanten beobachteten, wie die Frau meterweit durch die Luft geschleudert wurde.

Danach soll der 34-Jährige eine Axt und ein Beil aus dem Kofferraum geholt und damit auf den reglosen Körper eingeschlagen haben. Videos der Tat verbreiteten sich anschließend in den sozialen Netzwerken. Dem Obduktionsbericht zufolge starb die Frau bereits durch den Aufprall, nicht durch die Hiebe.

Angeklagtem droht lebenslange Haft

Der Angeklagte gilt nach Einschätzung eines Gutachters als voll schuldfähig. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Bei einer Expertenbefragung habe der 34-Jährige die Tat laut Staatsanwaltschaft eingeräumt. Zuvor habe der Mann zu den Vorwürfen geschwiegen.

Der erste Prozesstag endete am Dienstag bereits nach einer halben Stunde, weil die zuständige Staatsanwältin aus persönlichen Gründen verhindert war. Es wurden lediglich die Anklageschrift und eine Stellungnahme der Verteidigung verlesen. Darin heißt es, bei der Tat handele es sich um einen "versuchten, erweiterten Suizid" des Angeklagten. Sein Mandant werde sich zu gegebenem Zeitpunkt vor Gericht umfassend dazu äußern, sagte Verteidiger Wolfgang Stahl dem hr.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Axtmord-Prozess in Limburg startet

Eine Mitarbeiterin der Spurensicherung dokumentiert einen Schuh, der nach der Tötung einer Frau in der Innenstadt auf der Straße liegt.
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Der Prozess soll kommende Woche Mittwoch (20. Mai) fortgeführt werden. Das Landgericht Limburg hat für den Fall insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird Anfang Juni erwartet. Wegen der Corona-Pandemie gibt es für die Öffentlichkeit nur wenige Zuschauerplätze.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 12.05.2020, 19.30 Uhr