Ein Fahrzeug rast nachts durch Frankfurt. (Archivbild)

Zuerst überholt er rechts, dann rammt er ein anderes Auto, zuletzt wird ein Fußgänger schwer verletzt. Wieder hat ein Raser in Frankfurt einen schweren Unfall verursacht. Die Polizei vermutet ein illegales Rennen.

Mit einem mehr als 600 PS starken Boliden hat ein Raser in Frankfurt einen schweren Unfall verursacht. Der 22-Jährige war am Donnerstagabend mit hoher Geschwindigkeit auf einer Ausfallstraße im Frankfurter Westen unterwegs, teilte die Polizei am Freitag mit. Er habe einen anderen 41 Jahre alten Autofahrer rechts überholt und dabei dessen Wagen gerammt. Dieser wurde in eine Straßenbahn-Haltestelle geschleudert und erfasste dort einen 51 Jahre alten Fußgänger.

Bei dem Aufprall wurde der Fußgänger schwer verletzt, der Fahrer des Unfallwagens blieb unverletzt. Der junge Raser, der den Unfall verursacht hatte, kam laut Polizei zwar erst in ein Krankenhaus, wollte dort aber nicht behandelt werden. Die Schwere seiner Verletzungen sei daher nicht bekannt. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden von über 100.000 Euro.

Straßenrennen "gegen sich selbst"

Möglicherweise hatte sich der 22-Jährige in der Stadt ein Rennen "gegen sich selbst" geliefert, so die Polizei. Sie geht diesem Anfangsverdacht auf ein illegales Straßenrennen jetzt nach. Selbst wenn kein zweiter Raser beteiligt gewesen sein sollte, könne es sich um ein verbotenes Rennen handeln, erklärte die Polizei: Das sei dann der Fall, wenn ein Fahrer "mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos" unterwegs sei, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.

Immer wieder machen schwere Raser-Unfälle in Frankfurt Schlagzeilen - einige enden tödlich: Zuletzt waren im Februar zwei Menschen in Frankfurt Sachsenhausen ums Leben gekommen, als ein 38-Jähriger über eine rote Ampel gerast war. Im November 2020 starben ebenfalls zwei Menschen im Frankfurter Ostend. Dort hatte ein SUV-Fahrer die Kontrolle über sein Auto verloren und zwei Fußgänger, sowie einen Fahrradkurier überfahren. Auch hier sagten Zeugen aus, der Fahrer sei viel zu schnell unterwegs gewesen.