Demonstration am Samstag in Wächtersbach

Der Eritreer, der in Wächtersbach aus rassistischen Motiven angeschossen wurde, ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 26 Jahre alte Familienvater will nun aus der Stadt fortziehen.

Nach dem rassistisch motivierten Attentat in Wächtersbach im Juli ist das Opfer auf dem Weg der Besserung. Wie der Wächtersbacher Bürgermeister Andreas Weiher (SPD) auf Anfrage von hessenschau.de mitteilte, konnte der angeschossene 26 Jahre alte Eritreer das Krankenhaus inzwischen verlassen.

Ein 55-Jähriger Deutscher hatte auf offener Straße sechs Mal auf den Eritreer geschossen und ihn mit einem Bauchschuss schwer verletzt. Danach erschoss sich der Täter selbst.

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft geht von einem "frustrierten, isolierten Einzeltäter" aus, der aus fremdenfeindlichen Motiven habe morden wollen. Der Mann war als ausländerfeindlich bekannt und hatte in seiner Stammkneipe in Biebergemünd Mordfantasien verbreitet.

Stadt hilft bei Trauma-Betreuung

Das Opfer überlebte das Attentat dank einer Not-Operation. Der 26-Jährige sei wieder mobil, aber körperlich eingeschränkt und müsse weiter behandelt werden, sagte Bürgermeister Weiher nach einem kurzen Treffen mit dem Familienvater am Mittwoch.

Laut Weiher bekommt der 26-Jährige Unterstützung von Sozialverbänden. Außerdem habe die Stadt dabei geholfen, eine Trauma-Betreuung in die Wege zu leiten.

In der Stadt bleiben wolle der Mann nicht. Er plane wegzuziehen. Zu belastend sei der Vorfall. Auch die Stadt sei ein Stück weit Opfer der Tat geworden, erklärte Weiher. Die Solidarität mit dem Opfer sei groß.

Bereits einen Tag nach der Tat hatten sich in Wächtersbach Hunderte Teilnehmer zu einer Mahnwache versammelt, einige Tage später gab es eine Demonstration gegen rechten Terror.