Blaulicht

Nach dem Angriff auf den Fahrer eines Minicars vermutet der Betreiber des Unternehmens ein rassistisches Motiv. Auch die Polizei hält das für möglich. Der Täter soll "Scheiß Ausländer" gerufen haben.

Hinter der Attacke auf einen Minicar-Fahrer in Kassel am vergangenen Sonntag könnte ein rassistisches Motiv stecken: Der 47-jährige Fahrer war am frühen Sonntagmorgen von einem Fahrgast schwer verletzt worden.

Der Betreiber des Unternehmens sagte dem hr am Freitag, sein Fahrer habe berichtet, der Angreifer habe "Scheiß Ausländer, ihr wollt nur unser Geld" gerufen. Polizeisprecher Matthias Mänz sagte: "Wir ermittelt auch explizit in diese Richtung."

Erst gezahlt, dann zugestochen

Vor dem Angriff war der Täter nach Angaben des Opfers freundlich, es habe keinen Streit gegeben. Er habe einen Schein gereicht und dann vermeintlich nach Münzen gesucht - statt zu bezahlen habe er plötzlich von hinten mit einem spitzen Gegenstand zugestochen. Dann flüchtete er zu Fuß.

Minicar-Betreiber Hassan Cakir ist schockiert. Seit 25 Jahren arbeite er in Kassel, erzählt er. Seine Fahrer seien in der Vergangenheit bedroht, beraubt, rassistisch beleidigt und entführt worden - aber so einen Fall habe es noch nie gegeben. Im Auto seien Alarmknöpfe angebracht, aber der Fahrer sei vom Täter überrascht worden. Nach dem Angriff schaffte es der Fahrer noch, selbst in ein nahegelegenes Krankenhaus zu fahren.

Bei der Suche nach dem Täter gibt es laut Polizei trotz mehrerer Zeugenaufrufe bisher kaum Hinweise. Ermittelt wird wegen versuchter Tötung. Die Tat geschah am frühen Sonntagmorgen gegen 4.30 Uhr in der Kasseler Nordstadt. Der Mann soll blond gewesen sein und akzentfrei Deutsch gesprochen haben.