Eine Computerzeichnung zeigt die Raumsonde Solar Orbiter.

Erstmals hat eine Raumsonde die Eruptionen der Sonne gefilmt. Die sogenannten Sonnenwinde sind meist harmlos, können aber für technische Probleme auf der Erde sorgen. Gesteuert wird die Raumsonde von Darmstadt aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Solar Orbiter schickt Videos von der Sonne

Eine Nahaufnahme der Sonne lässt ihre brodelnde Oberfläche erkennen.
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Die Weltraumsonde "Solar Orbiter" hat bei ihrer Mission erste Filme von Partikeleruptionen aus der Sonnenatmosphäre aufgenommen. Das teilte die europäische Weltraumbehörde ESA am Montag mit. Die aus dem Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuerte Raumsonde sei bereits im Februar an der Sonne vorbeigeflogen. Dabei hätten drei der Messinstrumente an Bord die sogenannten Sonnenwinde aufgezeichnet.

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Dass das Video erst drei Monate später veröffentlicht werden konnte, liegt daran, dass sich die Raumsonde bei der Aufzeichnung aus Sicht der Erde hinter der Sonne befand. Das habe für sehr niedrige Übertragungsraten gesorgt, teilte die ESA mit.

Polarlichter entstehen durch Sonneneruptionen

In ihrem elf Jahre dauernden Zyklus macht die Sonne laut ESA aktive und weniger aktive Phasen durch. Dabei sendet sie stetig einen Strom von Strahlung und Teilchen ins All, den Sonnenwind. Während einer aktiven Phase entstehen allerdings starke Magnetfelder, die größere, elektrisch geladene Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All schleudern können. Diese werden als Sonnenstürme bezeichnet.

Die Eruptionen der Sonne zeigen sich auf der Erde oft in Form von Polarlichtern und bedeuten für den Menschen keine unmittelbare Gefahr, denn die Erde ist durch die Atmosphäre und ihr eigenes Magnetfeld geschützt. Die stärkeren Sonnenstürme können aber zu technischen Problemen auf der Erde führen, etwa Navigationssysteme von Flugzeugen ausfallen lassen oder Schäden an Satelliten verursachen.

So nah an die Sonne wie nie zuvor

Die wissenschaftliche Hauptmission von Solar Orbiter soll laut ESA im November starten. Die Sonde soll unter anderem erforschen, wie der Sonnenzyklus funktioniert und wie sich Perioden mit stürmischem Weltraumwetter vorhersagen lassen. Forscher gehen davon aus, dass der aktuelle Zyklus im Dezember 2019 begonnen hat und die höchste Aktivität zwischen 2024 und 2026 erreicht sein wird.

Solar Orbiter soll bis auf 42 Millionen Kilometer an die Sonne heranfliegen - so nah wie bisher keine andere Raumsonde. Dabei soll Solar Orbiter auch die Pole der Sonne überfliegen, die bisher kaum erforscht sind. Die rund 1,5 Milliarden Euro teure Mission der ESA und der US-Raumfahrtbehörde NASA war im Februar 2020 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet.