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Razzia wegen Geldwäscheverdacht gegen russischen Oligarchen

Die Ermittlungen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung gehen weiter: BKA-Beamte durchsuchten am Dienstag den Frankfurter Hauptsitz der Großbank UBS. Es geht offenbar um hunderte Millionen Euro.

Rund 20 bis 30 Beamte des Bundeskriminalamts (BKA), dazu mehrere Staatsanwälte durchsuchten am Dienstagvormittag den Frankfurter Standort der Schweizer Großbank UBS.

Die Bank bestätigte die Razzia in ihren Räumlichkeiten im Opernturm. "Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und bitten um Verständnis, dass wir uns zur Sache aktuell nicht weiter äußern können", teilte eine Sprecherin des Geldhauses mit. Zuvor hatte Spiegel Online berichtet.

Bereits Villa und Jacht durchsucht

Die Durchsuchungen, die zeitgleich auch am UBS-Standort in München stattfanden, stehen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den russischen Oligarchen und Putin-Vertrauten Alischer Usmanow. "Wir ermitteln wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen einen russischen Unternehmer", sagte ein Sprecher der federführenden Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft dem hr. Es handele sich dabei um das gleiche Verfahren, in dem es zuvor schon Durchsuchungen einer Jacht in Bremen und Immobilien am Tegernsee gegeben habe.

Ende September war unter anderem Usmanows Residenz an dem oberbayerischen See sowie seine festgesetzte Luxusjacht "Dilbar" durchsucht worden. Gegen den Multimilliardär wird wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung ermittelt. Das Volumen der Geldschiebereien soll sich nach früheren Angaben der Ermittler im mehrstelligen Millionenbereich bewegen, der Schaden durch Steuerhinterziehung sogar auf mindestens 555 Millionen Euro belaufen.

Die Behörden gehen davon aus, dass der gebürtige Usbeke Usmanow für längere Zeit am Tegernsee lebte und somit in Deutschland auch steuerpflichtig war. Sollten sich die Annahmen der Ermittler als korrekt herausstellen, könnte sich der Fall Usmanow zu einem der größten Steuerverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte entwickeln.

UBS nicht direkt betroffen

Die Durchsuchungen bei UBS richteten sich nicht gegen die Bank selbst oder gegen Mitarbeiter des Geldhauses, wie die Frankfurter Ermittler bestätigten. Es gehe um die Sicherstellung vornehmlich elektronischer Beweismittel, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Es würden wohl in erster Linie Daten transferiert.

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