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Audioseite "Four"-Hochhaus für Rekordsumme verkauft

Kombo aus zwei Entwurfsansichten: die geplanten Hochhäuser, eingebettet in die Frankfurter Skyline und die Hochhäuser "four frankfurt" in Großaufnahme.

Trotz Corona-Pandemie und Homeoffice ist in Frankfurt einer der höchsten Bürotürme Deutschlands zum Rekordpreis verkauft worden. Das Hochhaus gehört zum Projekt "Four".

Das wohl teuerste Hochhaus Deutschlands entsteht gerade im Frankfurter Bankenviertel. Für 1,4 Milliarden Euro hat die Münchner Versicherung Allianz den Zuschlag für den Turm "T1" aus der Hochhausfamilie "Four" erhalten, wie der Immobilienentwickler Groß & Partner am Mittwoch bekanntgab. Mit 1,1 Milliarden Euro ähnlich teuer wurde 2017 das Siemens-Center in Berlin verkauft, ein höherer Deal für ein Einzelgebäude ist dem Immobilienunternehmen nicht bekannt.

Der Turm T1 ist mit 223 Metern und 54 Etagen der höchste der Vierlingstürme auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bank - und der dritthöchste in Frankfurt und Deutschland. Überragen werden ihn nach seiner Fertigstellung nur der Commerzbank-Tower und der Frankfurter Messeturm.

47 Euro pro Quadratmeter?

Simulation der geplanten neuen Hochhäuser in Frankfurt.

Die Allianz kauft den Turm nicht allein: An einem Joint Venture ist auch die Bayerische Versorgungskammer zu 50 Prozent beteiligt. Diese tritt allerdings nur als Co-Investor auf, die Vermietung liegt allein in den Händen der Allianz. Über die Mietpreise hält sich der Versicherer bedeckt. Ein Sprecher sagte auf hr-Anfrage lediglich, Preise von 47 Euro pro Quadratmeter seien im Bankenviertel nichts Ungewöhnliches - selbst zu Corona-Zeiten. "Dass ein Teil der Mietverträge für das 'Four T1' während der Pandemie unterzeichnet wurde, unterstreicht die Attraktivität des Objekts und seiner Lage."

Der wegen der Pandemie vorhergesagte Büro-Leerstand scheint das Projekt jedenfalls nicht zu gefährden. Zwei Drittel der rund 75.000 Quadratmeter Bürofläche im "T1" sind nach Angaben von Groß & Partner bereits vermietet - zum Beispiel an die Kanzlei Allen & Overy, die Dekabank und die britische Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer.

600 Wohnungen, Hotels und eine eigene Kita

Platz bieten soll der Turm außerdem einem Coworking Space, mehreren Restaurants, einem Supermarkt, einem Café und einer Kita. Die drei anderen Hochhaustürme beherbergen weitere Büros, außerdem etwa 600 Wohnungen und zwei Hotels.

"Four" setze auf kurze Wege und stehe allen Frankfurterinnen und Frankfurtern offen, sagte ein Sprecher des Immoblienunternehmens Groß & Partner. Begrünte Dachterrassen, Doppelglas-Fassaden und intelligente Beleuchtungs- und Belüftungstechnik sollen außerdem dazu beitragen, CO2 zu sparen.

Bis die ersten Mieterinnen und Mieter einziehen können, wird es allerdings noch ein paar Jahre dauern. Auf der Baustelle in der Nähe von Roßmarkt und Willy-Brandt-Platz wurde vor Kurzem erst mit dem Hochbau begonnen. Groß & Partner rechnet damit, dass die vier Türme Ende 2024 oder Anfang 2025 fertig werden.

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