Löscharbeiten der Feuerwehr. In dem Haus starb der 79 Jahre alte Bewohner im Dezember 2018.

Im Fall des gewaltsamen Todes eines 79-Jährigen im nordhessischen Volkmarsen wurde nicht alles restlos geklärt. Lebenslange Haft verhängte das Landgericht Kassel dennoch.

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Ende 2018 starb in seinem Haus in Volkmarsen-Lütersheim (Waldeck-Frankenberg) ein Rentner eines gewaltsamen Todes. Der Mann war attackiert worden und verblutete. Ein 40 Jahre alter Mann aus Fulda muss deshalb lebenslang hinter Gitter.

Das Urteil verhängte das Landgericht Kassel am Freitag. Der Verurteilte war demnach in das Haus des Rentners eingebrochen und erschlug den Bewohner. Dabei konnte in der Verhandlung nicht alles so konkret geklärt werden, wie es wünschenswert gewesen wäre, wie der Vorsitzende Richter einräumte.

Klar sei aber geworden: "Hier ging es um Geld - in welcher Form auch immer." Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Geständnis im Streifenwagen

Laut Gericht gab es keine Tatzeugen. Der Angeklagte schwieg im Prozess bis zum Schluss. Dass er am Ende verurteilt wurde, lag neben vielen Indizien auch daran, dass er nach seiner Festnahme während der Fahrt im Polizeiwagen trotz Belehrungen der Beamten die Tat zugegeben habe - das sei verwertbar, so der Richter: "Es ist nicht Aufgabe der Polizei, dieser Person den Mund zu verbieten."

Laut Ermittlern hatte der Mann stundenlang das Haus seines Bekannten observiert, bevor er es am Abend betrat. Ob er eindrang oder hereingelassen wurde, blieb ebenso unklar wie die tödliche Auseinandersetzung selbst. Klar war laut Obduktion: Der Rentner wurde mit einem Gegenstand am Kopf geschlagen, stürzte, wurde dann am Boden weiter geschlagen und gewürgt.

Verurteilt wurde der 40-Jährige auch wegen besonders schwerer Brandstiftung. Er hatte nach der Tat mit Kredit- und Geldkarten, einem Computer und anderen Wertgegenständen des Opfers das Haus verlassen und es dann mit Benzin in Brand gesetzt - um Spuren zu verwischen. Der Einsatz der Karten führte die Ermittler später auf seine Spur und zur Festnahme.

Freispruch gefordert

Der Anwalt des 40-Jährigen hatte Freispruch gefordert, weil noch viele Fragen offen seien. Unter anderem sei ein Zeuge, der mit der Tat in Verbindung stehe, nicht auffindbar gewesen. Auch die Tatwaffe sei nicht eindeutig geklärt. Allerdings fanden die Ermittler bei dem Angeklagten Blutspuren auf Schuhen und einem Feuerlöscher sowie Kassenbelege für den Einsatz der Geldkarten. Angesicht dieser Funde sei es nicht schwer zu sagen: "Sie sind der Täter", erklärte der Richter.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 22.05.2020, 16.45 Uhr