Einsam und verlassen thront der Spezial-Lkw auf der gesperrten Salzbachtalbrücke.

Seitdem die marode Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden gesperrt ist, thront ein verlassener Spezial-Lkw auf ihr. Bewegt werden darf er nicht, ihm - und damit einer Menge Geld - drohte die Sprengung. Doch jetzt winkt die Rettung.

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Audioseite 700.000-Euro-Lkw wird von Salzbachtalbrücke gerettet

Der gelb-rote Lkw, der seit Sperrung der Salzbachtalbrücke auf eben jener steht.
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Wäre die Situation um die gesperrte und zu sprengende Salzbachtalbrücke nicht so ermüdend und nervtötend, man könnte fast Witze über diesen Lkw machen. Dieses riesige, gelb-rote Fahrzeug, das seit dem 18. Juni auf der seitdem gesperrten Brücke steht. Das Fahrzeug, da quasi thront wie das Niederwalddenkmal in Rüdesheim, wo die "Germania" der Legende nach aufpassen soll, dass die Franzosen nicht wieder über den Rhein kommen.

So steht er da, der namenlose Lkw, der aufpasst, dass keine Autofahrer über seine Brücke kommen - und der für viele von ihnen längst auch eine Legende geworden ist. Denn, den Lkw als Running Gag zu bezeichnen, wäre trotz seiner Tragikomik ja irgendwie nicht ganz dem Wortsinn entsprechend.

Nagelneu und frisch im Dienst

Der legendäre Lkw war rund 700.000 Euro teuer, ist ein Spezialfahrzeug, das erst in der Woche vor der Brückenhavarie auf der Südbrücke in Dienst genommen wurde, um mit seiner besonderen Technik die Brücke zu untersuchen. Es war der erste Einsatz für den nagelneuen Lkw einer privaten Spezialfirma aus Eichenzell (Fulda).

Und dann, als die Salzbachtalbrücke gesperrt werden musste, weil sie um mehrere Zentimeter abgesackt war und einzustürzen drohte, da wurde der 30-Tonnen-Laster seinem Schicksal überlassen.

Aus Sicherheitsgründen stehen gelassen

"Und dieser Brummi fliegt mit in die Luft", titelte die Bild, als die Autobahn GmbH ihre Pläne zur Sprengung der Brücke vorgestellt hatte. Weil der Lkw aus Sicherheitsgründen nicht mehr bewegt werden durfte, sollte er eben mitgesprengt werden – hieß es.

"Wir werden das Brückenuntersichtgerät vor der Sprengung kontrolliert bergen", sagte nun aber ein Sprecher der Autobahn GmbH. Ende nächster Woche soll dazu ein Spezial-Kran anrücken und den Lkw von der Brücke heben.

Zunächst habe es statischer Berechnungen bedarft, ein entsprechendes Konzept musste auferlegt werden und die Notsicherung der Brücke abgeschlossen werden, deswegen habe es einige Zeit gedauert, bis nun klar wurde: Der Lkw ist noch zu retten. "Darüber sind wir sehr froh", sagte der Sprecher.

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