Rettungsgassenbanner an Autobahnbrücke

Schneefälle sorgten vor knapp einer Woche für Chaos am Kirchheimer Dreieck. Etliche Autofahrer bildeten keine Rettungsgasse. Jetzt verhängt die Polizei harte Strafen - bis hin zu Fahrverboten.

Videobeitrag

Video

zum Video Rettungsgasse: So wird's gemacht!

Rettungsgasse Grafik
Ende des Videobeitrags

Lastwagen standen quer, Autos krachten ineinander - Schneefall legte am 12. Februar morgens auf der A4 den Verkehr rund um das Kirchheimer Dreieck weitgehend lahm. Nach einem Unfall sperrte die Polizei die Autobahn zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim komplett.

Die Rettungsfahrzeuge konnten allerdings nur schwer zur Unfallstelle vordringen, weil sich mal wieder mehrere Autofahrer nicht an die Vorschriften zum Bilden einer Rettungsgasse hielten. Um dies nicht ungeahndet zu lassen, setzten die Beamten einen Streifenwagen mit Videokamera ein.

19 Anzeigen, 13 mögliche Fahrverbote

Auch wenn der betroffene Autobahnabschnitt mit knapp 1,5 Kilometern recht kurz war, registrierten die Beamten eine stattliche Anzahl an Verstößen. Gegen insgesamt 19 Fahrerinnen und Fahrer erstatteten sie Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit, wie sie am Dienstag mitteilten.

Die Polizei leitete Bußgeldverfahren in Höhe von insgesamt rund 4.000 Euro ein - jeder Rettungsgassensünder muss also mehr als 200 Euro zahlen. 13 Betroffene müssen sogar mit einem Fahrverbot rechnen, wie die Polizei mitteilte.

Bußgeld im Einzelfall bis 320 Euro

Die Strafen für Rettungsgassen-Sünder wurden im Oktober 2017 angesichts steigender Fallzahlen deutlich verschärft. Mittlerweile drohen Bußgelder von bis zu 320 Euro, in besonders drastischen Fällen verbunden mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

Die eigens zur Feststellung solcher Vergehen eingesetzten Videostreifenwagen dagegen sind relativ neu. Die Polizei führte sie nach Abschluss eines Pilotprojekts im November vergangenen Jahres flächendeckend ein. Die Videostreifen filmen dabei die Kennzeichen und Gesichter der Fahrerinnen und Fahrer.

Die Polizei in Osthessen berichtete bereits von "sehr guten Erfahrungen". Der Videobeweis mache es der Polizei einfacher, die Schuldigen zu identifizieren. Die Anzahl der Bußgeldbescheide sei dadurch deutlich gestiegen.