Havariertes Schiff bei Oestrich-Winkel
Das havarierte Schiff auf dem Rhein bei Oestrich-Winkel Bild © Birgitta Söling/hr

Acht Stunden lang war der Rhein bei Oestrich-Winkel am Montag gesperrt: Ein havarierter Kohlefrachter hatte die Fahrrinne beschädigt. Nun dürfen dort wieder Schiffe fahren - zunächst allerdings nur im Einbahnbetrieb.

Wieder grünes Licht für die Schifffahrt auf dem Rhein: Nach der Bergung eines havarierten Kohlefrachters am Montag dürfen nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Bingen Schiffe den Rhein bei Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus) zumindest wieder durch eine Engstelle passieren. Die Schifffahrt war für etwa acht Stunden gesperrt worden, weil bei der Havarie Untiefen von bis zu einem Meter in der Fahrrinne entstanden waren.

Die Breite der Fahrrinne sei zunächst von normalerweise 120 Meter auf rund 60 Meter eingeschränkt, berichtete das WSA weiter. Die Wasserschutzpolizei regele den dadurch entstandenen Einbahnverkehr in beide Richtungen. Zwischenzeitlich hatten 40 Schiffe im Rhein vor Anker gelegen und auf ihre Weiterfahrt gewartet. Die notwendigen Baggerarbeiten zur Wiederherstellung der gesamten Fahrrine könnten sich bis Dienstag hinziehen.

Kein Leck im havarierten Schiff

Am Sonntagabend war das mit 2.400 Tonnen Kohle beladene Güterschiff bei Oestrich-Winkel auf Grund gelaufen. Das 110 Meter lange Schiff hatte sich quer zum Strom gedreht und steckte fest. Zur Bergung wurde ein mit einem Kran bestücktes Schiff angefordert, das 450 Tonnen Kohle ablud. Das Güterschiff werde nun am Rheinufer bei Budenheim (Rheinland-Pfalz) auf Schäden an Ruderanlage und Antrieb untersucht.

Warum das Güterschiff auf Grund lief, ist noch unklar. Der Wasserstand sei derzeit normal, wie die Polizei erklärte. Ein Leck sei nicht entstanden, es könne sich um einen technischen Defekt oder einen Fahrfehler handeln. Schadstoffe oder Flüssigkeiten seien nicht ausgetreten, die Besatzung blieb unverletzt.

Sendung: hr-iNFO, 14.01.2018, 15.00 Uhr