Menschen mit Flaggen und einem Banner mit der Aufschrift "No more war" stehen auf einem Platz in Kassel.

Erneut haben Gegner der Rüstungsindustrie in Kassel demonstriert. Im Gegensatz zu der Protestaktion am Vortag blieb die Demonstration weitgehend friedlich.

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Hunderte Rüstungsgegner demonstrieren in Kassel

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In Kassel sind am Samstag nach Polizeiangaben etwa 700 Menschen bei einer Demonstration gegen die Rüstungsindustrie durch die Stadt gezogen. Das Bündnis "Rheinmetall entwaffnen", das dazu aufgerufen hatte, sprach auf hr-Anfrage von 700 bis 1.000 Demonstrierenden.

Der Aufzug unter dem Motto "Kassel entwaffnen ist (k)eine Kunst" führte am Nachmittag vom Hauptbahnhof über das documenta-Gelände zum Friedrichsplatz. Die Demonstrierenden trugen Banner mit Aufschriften wie "Militarisierung ist keine Solidarität" oder "Nein zum 100-Milliarden-Euro-Aufrüstungsprogramm".

Das antimilitaristische Bündnis richtet sich gegen Waffenlieferungen von Rheinmetall und weiteren Rüstungskonzernen, auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Derzeit findet in Kassel ein Protestcamp statt, das noch bis zum Sonntag dauern soll.

Zusammenstoß wegen verbotener Pyrotechnik

Die Demonstration verlief weitgehend friedlich. Zu einem Zwischenfall kam es im Bereich der Königsstraße, wo Demonstrierende laut Polizei Bengalos gezündet hatten. Als die Beamten das Abbrennen der verbotenen Pyrotechnik stoppen wollten, hätten einige Demonstrierende sich mit Tritten und Schlägen gewehrt. Die Polizei habe deshalb einmalig auch einen Schlagstock eingesetzt. Ein Sprecher des Bündnisses kritisierte, die Polizei habe sich in dieser Situation nicht besonders deeskalierend verhalten.

Einen weiteren Zusammenstoß gab es gegen 16.30 Uhr, als die Abschlusskundgebung am Friedrichsplatz gerade beendet war. Wie der Sprecher von "Rheinmetall entwaffnen" schilderte, hätten Polizeikräfte die Demonstrierenden eingekesselt und gezielt einzelne Personen aus der Menge geholt. Dabei seien auch mehrere Menschen durch Schlagstöcke verletzt worden.

Die Polizei bestätigte, dass einzelne Demonstrierende kontrolliert wurden, da sie während der Demonstration unerlaubterweise vermummt gewesen seien. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen dabei nicht gegeben.

Gewalt bei Protestaktion am Freitag

Bereits am Freitag hatte es in Kassel eine Protestaktion des Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen" gegeben, bei der es zu Ausschreitungen kam. Etwa 200 Aktivisten hatten laut Polizei den Eingang zum Gelände des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann blockiert. Polizisten seien mit Baustellengegenständen beworfen worden und hätten gegen die Demonstranten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Vier Menschen wurden festgenommen, acht Polizeibeamte wurden leicht verletzt. "Rheinmetall entwaffnen" sprach am Samstagabend von fast 90 Demonstrierenden, die bei den Ausschreitungen am Freitag verletzt worden seien - der größte Teil von ihnen durch Pfefferspray.

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