Rotmilan im Flug
Der Rotmilan untersteht strengem Artenschutz. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Im Windkraftpark in Hofbieber dürfen die Rotorblätter sich nur in der Nacht drehen. Grund ist ein Rotmilan, der in der Nähe brüten soll. Die Windpark-Betreiber klagen gegen die Regelung.

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Rotorenblätter eines Windrads

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Windräder drehen sich nur noch nachts

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Windenergie soll sauberen, umweltfreundlichen Strom liefern. Deshalb drehen sich immer mehr Windräder. So auch in Hofbieber-Traisbach in der Rhön. Dort dürfen die Rotorblätter bis zum 15. August aber nur noch nachts laufen. Das hat das Regierungspräsidium in Kassel angeordnet. Der Grund: In der Nähe soll ein Rotmilan sein Nest gebaut haben.

Der Rotmilan ist ein streng geschützter Greifvogel, und im Biosphärenreservat Rhön läuft ein umfangreiches Artenschutzprojekt. Wenn die Tiere in der Nähe eines Windparks brüten, bestehe besonders für Jungtiere die Gefahr, in die Rotorblätter zu fliegen, so argumentieren die Umweltschützer.

Kläger zweifelt Rotmilan-Vorkommen an

Die Betreiberin der drei Windräder ist eine Energiegenossenschaft aus Eichenzell bei Fulda. Die Genossenschaft besteht aus über 300 Bürgern, die zur Geldanlage Anteile an der Windanlage gekauft haben. Die Anleger befürchten einen Einnahme-Ausfall und bezweifeln zudem, dass es in direkter Nähe überhaupt Rotmilane gibt. Deshalb hat der Betreiber vor dem Verwaltungsgericht einen Eilantrag gegen die Verfügung gestellt.

Allerdings haben die Vogelschützer bereits vor Errichtung der Anlage gewarnt, dass es zu Problemen kommen könnte. Die hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz klagt seit geraumer Zeit gegen den Windpark. Ein grundsätzliches Urteil steht in dem Fall noch aus.