Erdferkel Irmo
Zurück in Frankfurt: Erdferkel Irmo in seinem neuen alten Zuhause Bild © Anna Dangel/hr

Nach dem Tod von Elvis ruhen die Hoffnungen des Frankfurter Zoos auf seinem Sohn: Erdferkel Irmo soll die erfolgreiche Zuchtgeschichte des Tierparks fortschreiben. Dass er es kann, hat er im Ausland bewiesen.

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Er ist ein gebürtiger Frankfurter und hat viele Jahre im belgischen und niederländischen Exil verbracht. Jetzt ist Erdferkel-Männchen Irmo in seine Heimat zurückgekehrt. Nach dem Tod seines Vaters Elvis soll Irmo hier für weiteren Nachwuchs bei den Röhrenzähnern sorgen.

Elvis war im Juli vergangenen Jahres im Alter von fast 25 Jahren gestorben. Der Publikumsliebling aus dem US-amerikanischen Memphis hatte 21 Jahre lang in Frankfurt gelebt. Im April 2018 wurde er krank und baute immer weiter ab. Als er starb, würdigte ihn der Zoo als "ausgesprochen geduldig und vorsichtig im Umgang mit Menschen".

Schon elf Mal Nachwuchs gezeugt

Einer seiner vielen Nachkommen war der 2002 geborene Irmo, der den Zoo ein Jahr später in Richtung Antwerpen in Belgien verließ. 2008 wurde Irmo ins niederländische Arnheim verlegt. Elf Mal hatte er bereits Nachwuchs, wie der Frankfurter Zoo am Freitag mitteilte.

In Frankfurt soll Irmo weiter an seinem Stammbaum arbeiten. Im Nachttierhaus werde er mit der elfjährigen Ermine zusammenleben, so der Tierpark. In der Eingewöhnungsphase bleibt Irmo allerdings noch von Ermine und seiner Halbschwester Memphis getrennt, die einen Tag nach dem Tod ihres Vaters Elvis auf die Welt gekommen war.

"Hoffentlich versteht er sich mit seinem Weibchen"

Kulturdezernentin Ina Hartwig zeigte sich hocherfreut über den Rückkehrer. "Es ist schwer, die Geschichte der Frankfurter Erdferkel mit wissenschaftlicher Nüchternheit zu betrachten, denn sie ist einfach zu schön", sagte sie. Mit Irmo komme ein Sohn des bekannten Elvis in den Zoo zurück. "Ich hoffe sehr, dass er sich gut mit seinem neuen Weibchen verstehen wird."

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Jungtier Memphis dagegen wird schon bald in einen anderen Tierpark umziehen, in welchen, ist noch unklar. "Der Koordinator des Zuchtprogramms für Erdferkel wird eine Empfehlung für einen Zoo geben", sagte Direktor Miguel Casares. Dort soll dann auch Memphis mit einem passenden Partner für Nachwuchs sorgen.

Frankfurter Erdferkel seit 1925

Erdferkel, wissenschaftlich Orycteropus afer, leben in den Savannen und dem Buschland südlich der Sahara in Afrika. Neben ihrer rüsselartigen Nase sind vor allem die tütenförmigen Ohren ihre auffälligsten Merkmale. Ihre genaue Population ist nicht bekannt, da sie sehr zurückgezogen leben.

In Frankfurt blicken Erdferkel auf eine lange Tradition zurück. Der Zoo zeigt und züchtet sie mit Unterbrechungen seit 1925. In Deutschland sind sie sonst nur noch in Zoos in Berlin, Köln und Saarbrücken zu sehen.