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3.000 Seiten sollen zum Täter des Giftanschlags führen

Ein Unbekannter vergiftete sieben Mitarbeiter der Technischen Universität Darmstadt. Knapp fünf Monate sind seit dem Anschlag vergangen. Wie kommen die Ermittler voran?

Vergiftete Getränke brachten sieben Beschäftigte der TU Darmstadt ins Krankenhaus, einen von ihnen mit lebensgefährlichen Verletzungen. Im Fall des Giftanschlags vom 23. August werten die Ermittler seitdem viele potenzielle Spuren und Hinweise aus.

Die Akte umfasst einschließlich Sonderbänden weit mehr als 3.000 Seiten, wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Samstag mitteilte. Die Zahl der Zeugenaussagen liegt demnach annähernd im dreistelligen Bereich.

Kein konkreter Verdacht

Alle Aussagen würden nun mit anderen Ermittlungsergebnissen abgeglichen und offene Fragen geklärt, beschrieb ein Sprecher das weitere Vorgehen der Ermittler. So sollen der Tatablauf rekonstruiert und Hypothesen zum Täter und seinem Motiv entwickelt werden. Ob es fünf Monate nach dem Giftanschlag inzwischen einen konkreten Hinweis auf den Täter oder die Täterin gibt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht.

Fest steht, dass die Ermittlungen dadurch erschwert werden, dass das Unigebäude noch eine alte Schließanlage hat - wer am Tag des Anschlags hinein und hinaus ging, wurde nicht elektronisch erfasst.

Sonderkommission eingesetzt

Zum verwendeten Gift machen die Ermittler weiterhin keine detaillierten Angaben - aus ermittlungstaktischen Gründen, denn dabei handelt es sich um Täterwissen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Bekannt ist nur, dass die Substanz, die unter anderem in Milchpackungen und Wasserbehälter eingefüllt wurde, potenziell tödlich ist.

Ermittelt wird deshalb wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Eine Sonderkommission mit dem Namen "Licht" hatte den Fall noch im August übernommen.

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