Salzbachtalbrücke

Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Nach der Sprengung der Salzbachtalbrücke soll der Verkehr möglichst bald wieder rollen. Noch vor Weihnachten ist eine erste Entlastung auf der Straße und der Schiene in Sicht.

Videobeitrag

Video

zum Video Das Ende der alten Salzbachtalbrücke

hs
Ende des Videobeitrags

Nach der Sprengung ist vor dem Neubau: Die Salzbachtalbrücke liegt in Trümmern, gesprengt nach 141 Tagen Vollsperrung - nun warten die Autofahrer im Rheingau, Wiesbaden und drumherum sehnlichst auf eine neue Brücke.

"Seit der Havarie der Salzbachtalbrücke musste Wiesbaden ein immenses Aufkommen an zusätzlichen Verkehren verkraften", sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Die erfolgreiche Sprengung sei dabei nur ein Zwischenschritt. "Nun muss die Priorität darauf gelegt werden, dass die Bahngleise und die Zufahrt zur A671 möglichst schnell wieder nutzbar sind", forderte Mende.

Bis Weihnachten soll die Bahn wieder fahren

Es solle "zügig" weitergehen, betonte die zuständige Autobahn GmbH. Rund sechs Wochen gebe sie sich und der Deutschen Bahn im optimalen Fall, um den Bahnverkehr wieder freigeben zu können. Noch vor Weihnachten, so der Zeitplan, sollen die Züge wieder fahren.

Direkt nach der Sprengung begannen am Wochenende bereits die Aufräumarbeiten. Mit zahlreichen Baggern und Radladern werden die Trümmer der Brücke und die Fallbetten abgeräumt, Gleise und Oberleitungen der Bahnanlagen wiederhergestellt sowie die Fahrbahn der Mainzer Straße (B263) auf Schäden zu kontrolliert und gegebenenfalls instandgesetzt werden. Die Mainzer Straße könne möglicherweise etwas früher freigegeben werden als die Bahnstrecke.

Gute Vorraussetzungen für den Neubau

Videobeitrag

Video

zum Video Sprengung der Salzbachtalbrücke im Video

hssextra_061121
Ende des Videobeitrags

"Alle Beteiligten stehen in den Startlöchern, sodass nach der Sprengung rasch mit dem Wiederaufbau der Bahnstrecke und der Bundesstraße begonnen werden kann", sagte Ulrich Neuroth, Direktor der Niederlassung West der Autobahn GmbH. Dies habe oberste Priorität für die Autobahngesellschaft.

Für den Neubau der Südbrücke sei hilfreich, dass vorgefertigte Teile der neuen Brücke schon jetzt in Dreieich-Sprendlingen (Offenbach) auf einem Zwischenlager liegen. Zudem befänden sich die Gründungen für die neuen Pfeiler schon im Boden. Die Bauarbeiten sollen nach bisheriger Planung gut ein Jahr dauern. "Eine Vollendung von Süd noch in 2022 ist nicht realistisch, es wird 2023", erklärte Neuroth.

"Alle Möglichkeiten der Beschleunigung ausloten"

Parallel dazu laufen dann die Bauarbeiten für das nördliche Brückenteilbauwerk. Ist das neue südliche Brückenbauwerk abgeschlossen, stehen pro Fahrtrichtung wieder zwei verengt geführte Fahrstreifen zur Verfügung. Sobald das nördliche Bauwerk wieder unter Verkehr genommen werden kann, entfällt die notwendige Baustellenverkehrsführung auf der Südbrücke und die neue Salzbachtalbrücke steht allen Verkehrsteilnehmern ohne Einschränkungen zur Verfügung.

Den exakten Zeitplan dazu werden die Vertragspartner, Baufirma und Autobahn GmbH nach der Sprengung neu ausarbeiten und "alle Möglichkeiten der Beschleunigung ausloten".

Die Gesamtfertigstellung der neuen Süd- und Nordbrücke werde durch die Vollsperrung der A66 bis zur Inbetriebnahme der Südbrücke jedoch schneller erreicht als ursprünglich bis 2026 geplant. "Weitere Verzögerungen wären für die Landeshauptstadt schwer verkraftbar. Das Projekt muss mit höchstem Nachdruck und Priorität vorangetrieben werden", verlangte Oberbürgermeister Mende.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen