Der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker (l) und Stadtdekan Johannes zu Eltz (r) stehen in der umgestalteten und renovierten Wahlkapelle im Frankfurter Bartholomäus-Dom.

Nach monatelangen Bauarbeiten hat die Stadt Frankfurt die umgestaltete Wahlkapelle im St. Bartholomäus-Dom eröffnet. Ein Stück Schädel soll besonders viele Besucher anlocken - zumindest für eine Stunde pro Tag.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wahlkapelle im Frankfurter Kaiserdom wieder geöffnet

Der Frankfurter Dom
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Die wegen ihrer großen historischen Bedeutung berühmte Wahlkapelle im Frankfurter Kaiserdom ist wieder öffentlich zugänglich. Die mehrmonatigen Umbau- und Renovierungsarbeiten seien abgeschlossen, teilte die Stadt Frankfurt am Montag mit.

In der kleinen Kapelle des Doms Sankt Bartholomäus wurden seit 1438 die Könige, seit 1562 auch die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt - bis zu dessen Auflösung 1806. "Unser Kaiserdom mit der Wahlkapelle gehört zur Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt am Main wie auch zur Geschichte Europas", betonte der Kirchendezernent der Stadt, Uwe Becker.

Schädeldecke eine Stunde pro Tag an der Luft?

Eine besondere Position in der Wahlkapelle hat den Angaben zufolge nun die Reliquie des Apostels Bartholomäus erhalten - und zwar in einer Glasvitrine unterhalb des Altarbildes. Becker sagte, die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus sei "eine der bedeutendsten Reliquien nördlich der Alpen".

Die Schädeldecke sei nun für die Öffentlichkeit "dauerhaft" zugänglich, erklärte Becker. Die Vitrine bleibe dennoch überwiegend geschlossen, so Stadtdekan Johannes zu Eltz. Man ziehe aber in Erwägung, sie täglich "zwischen drei und vier Uhr" am Nachmittag zu öffnen.

Eltz sagte, die renovierte Wahlkapelle biete "dem Patron von Stadt und Kirche, der 'ein wahrer Israelit, ein Mann ohne Falschheit' war, eine würdige Stätte". Die Kapelle strahle nun den "Glanz edler Einfachheit" aus. Sie dient als Raum für das stille Gebet.

Um die Reliquie einer anderen Heiligen hatte es vor drei Jahren große Aufregung gegeben. Diebe hatten ein Stück der Schädeldecke der heiligen Hedwig aus dem Kaiserdom gestohlen. Bis heute fehlt von dem Diebesgut jede Spur. Seit einem Jahr gibt es im Dom eine neue Hedwig-Reliquie, die nach Angaben des Bistums Limburg mit "ausgeklügelter Sicherheitstechnik" versehen wurde.

Renovierung kostet 250.000 Euro

Die Renovierung der Kapelle kostete rund 250.000 Euro. Finanziert wurde die Summe gemeinsam von der Stadt Frankfurt und vom Bistum Limburg. Der Dom sei "Teil nicht nur des städtischen Eigentums, sondern eben auch Teil der Kulturgeschichte der Stadt", erklärte Becker.

Sendung: hr-iNFO, 23.12.2019, 15.20 Uhr