Ein Erwachsener und ein Kind auf Fahrrädern fahren durch Felder - über ihnen türmen sich Gewitterwolken auf.

Sonnenanbeter haben noch bis Mittwochmittag Gelegenheit, sich verwöhnen zu lassen. Dann sorgen Gewitter für ein abruptes Ende der Sommergefühle. Die Schafskälte hält Einzug – und wird so schnell nicht weichen.

"Der Wetterverlauf hat in dieser Woche eine gewisse Dramaturgie", fasst hr-Wetterexperte Tim Staeger das zusammen, was sich bis zum Wochenende in puncto Wetter abspielen wird. Hochsommer - Gewitterfront - Temperatursturz, so der meteorologische Dreiklang in der Kurzfassung.

Hoch Steffen, das schon seit Tagen für bestes Mittelmeer-Urlaubs-Gefühl sorgt, zeigt am Dienstag und am Mittwochvormittag noch einmal, was in ihm steckt. Strahlender Sonnenschein, nahezu wolkenlos, dazu kaum Wind, die Werte klettern auf bis zu 29 Grad - ein perfektes Bilderbuch-Sommerwetter.

30-Grad-Marke nur in Sichtweite

"Die 30-Grad-Marke werden wir gerade so nicht knacken", sagt Staeger. Steffen verzieht sich in Richtung Skandinavien und am Mittwochmittag wird es dann schon drückender. Von Nordwesten kommen Quellwolken auf und am Nachmittag muss mit Schauern und Gewittern gerechnet werden.

"Sonnenschirme und alles, was wegfliegen kann, sollten Sie rasch reinholen. Stellen Sie dafür das schmutzige Auto vor die Tür, das könnte ordentlich geduscht werden", so der Rat des hr-Meteorologen. Lokal können die Schauer auch ergiebig werden, doch wo genau mit großen Regenmengen zu rechnen ist, lässt sich nur schwer vorhersagen. Da die Schauer von Nordwesten her kommen, dürften im Westerwald und Upland markante Mengen herunterkommen.

Die Gewitter bringen dann auch einen kräftigen Temperatursturz mit sich. Ab Donnerstag wird es wechselhaft mit vielen Wolken und Schauern. Die Höchstwerte dürften bei 23 Grad liegen. Der Freitag bleibt wechselhaft und regnerisch, mit Höchsttemperaturen zwischen 13 und 19 Grad wird es deutlich kühler. Und so bleibt es auch am Wochenende erst einmal.

Natur lechzt nach Regen

Die sogenannte Schafskälte, die normalerweise Mitte Juni regelmäßig auftritt, könnte in diesem Jahr früher kommen, mutmaßt Wetterexperte Staeger: "Es ist auch noch nicht in Sicht, wann es wieder sommerlicher wird." Doch die Natur brauche den Regen dringend, betont er. "Das Frühjahr war bisher viel zu trocken." Die Böden seien ausgetrocknet, die Pflanzen gerieten in Trockenstress - hier wäre flächiger Dauerregen nötig.

Auf den haben zwar die wenigsten Menschen große Lust, aber da wir in den vergangenen Wochen durchaus von der Sonne verwöhnt wurden, lassen sich auch solche nass-kühlen Perioden besser ertragen. "Bis Mittwochmittag also noch ein bisschen Sonne tanken", rät Staeger.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter, 02.06.2020, 19.15 Uhr