Collage. Links: Verkehrsschild in verschneiter Landschaft, dass Sperrung Richtung Feldberg anzeigt. Rechts: Querstehender Lkw auf schneebedeckter Auffahrt.

Umgekippte Bäume, kaputte Stromleitungen und enorme Verkehrsbehinderungen: Schneefälle hatten in Hessen teils heftige Folgen, vor allem im Taunus. Auf der A3 zwischen Wiesbaden und Limburg ging lange gar nichts mehr.

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Schnee-Chaos in Hessen

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Der Schneefall war vorhergesagt, die Folgen haben am Samstag trotzdem viele in Hessen kalt erwischt. Besonders traf es den Taunus und Autofahrer, die dort unterwegs waren. Auf der A3 herrschte seit dem frühen Morgen zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Limburg ein regelrechtes Verkehrschaos.

Fünf Stunden lang sperrte die Polizei diesen Autobahnabschnitt komplett in beiden Richtungen. Erst am Mittag entspannte sich die Lage wieder. Vorher hatten sich immer wieder Lastwagen festgefahren und blockierten die Fahrbahn. Manche Lkw kamen schließlich nicht mehr weiter, weil die Batterien leer waren.

20 Kilometer langer Stau

Die Lage sei unübersichtlich, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Wegen der querstehenden Lkw und des Schneefalls kämen die Räumfahrzeuge vor allem in den Steigungsbereichen kaum durch.

Sowohl in Richtung Köln als auch in Richtung Frankfurt staute sich der Verkehr dadurch zwischenzeitlich auf einer Länge von bis zu 20 Kilometern. Autofahrerinnen und -fahrern empfahl die Polizei, die A3 möglichst weiträumig zu umfahren.

Stau auch auf A5

Auch auf der A5 zwischen dem Nordwestkreuz Frankfurt und Friedberg sorgten Schnee und Glätte am Morgen für massive Probleme. In der Nacht sei der Verkehr in Richtung Kassel zum Erliegen gekommen, meldete die Polizei. Auch am Morgen staute es sich noch auf mehreren Kilometern.

Trotz der schwierigen Straßenverhältnisse berichtete die Polizei zunächst von wenigen Unfällen, meist blieb es bei Blechschäden. Auf der B38 bei Roßdorf (Darmstadt-Dieburg) geriet ein Autofahrer laut Polizei auf der schneebedeckten Fahrbahn in den Gegenverkehr. Dort stieß er frontal mit einem weiteren Pkw zusammen.

Zwei Insassen wurden verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Die Bundesstraße wurde für knapp zwei Stunden gesperrt. Es entstand ein Schaden von rund 55.000 Euro.

Vier Stunden, 250 Notrufe

Im Taunus hielt der Schnee die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdienst schon in der Nacht auf Trab. "Vor allem im Untertaunus waren zahlreiche Straßen blockiert oder nicht mehr befahrbar", berichtete Kreisbrandinspektor Christian Rossel. Er sprach von einem "Ausnahmezustand".

Durch die Schneelasten seien auf vielen Bundes- und Landstraßen Bäume umgekippt. Straßen seien blockiert und Stromleitungen beschädigt worden. Das habe auch zu Stromausfällen geführt.

In der Zeit von 3 bis 7 Uhr habe die Leitstelle rund 250 Notrufe bearbeitet. Dort habe man das Personal durch Alarmierung freier Kräfte verdreifacht. Bis 9 Uhr fuhren die Feuerwehren im Untertaunus sowie mehrere Feuerwehren im Rheingau zu mehr als 60 Einsätzen.

Stromausfälle wegen Schneebruchs

Auch in Wiesbaden waren zahlreiche Feuerwehrleute schon am frühen Morgen beschäftigt: Zu mehr als 30 Einsätzen waren sie bis 10 Uhr ausgerückt. Bäume knickten um und stürzten auf Autos. Wegen Schneebruchs fiel im Stadtteil Naurod kurzzeitig der Strom aus. Auf dem Wochenmarkt fehlte rund ein Drittel Stände, weil die Marktbeschicker die Anfahrt aus Rhön, Taunus und Wetterau nach Wiesbaden nicht schafften.

Im Taunus knickten Bäume unter der Last des Schnees um und fielen auf Stromleitungen. In mehr als zehn Gemeinden fiel deshalb für mehrere Stunden der Strom ganz oder teilweise aus, wie der Energieversorger Süwag am Samstagnachmittag mitteilte.

Guten Morgen ins winterliche Wiesbaden ❄️! Bedingt durch die nächtlichen Schneefälle gab es für die @FeuerwehrWI heute schon einiges zu tun, z.B. weil Bäume die Schneelast nicht tragen konnten. Aktuell sind über 30 Einsätze zu verzeichnen, BF und 4 FFs sind im Einsatz. ^jh

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Brenzlig wurde ein Stromausfall in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig). Weil ein wichtiges medizinisches Gerät durch den fehlenden Strom ausgefallen war, alarmierte der Betroffene per Hausnotruf den Rettungsdienst. Doch dieser konnte nicht ins Haus, wie die Feuerwehr berichtet: Denn der Schlüsselkasten sei ebenfalls stromgesichert und ausgefallen. "Die Feuerwehr bhat die Tür mechanisch geöffnet und einen Stromgenerator angeworfen, so konnte das medizinisiche Gerät wieder betrieben werden", erklärte Feuerwehrsprecher Frank Seidel.

Auch Bahnverkehr betroffen

Bei der Bahn kam es auf einzelnen Regionalstrecken zu Einschränkungen und Zugausfällen. Betroffen waren nach Unternehmensangaben vor allem Verbindungen entlang der Lahn und im Main-Taunus-Kreis.

Im Fernverkehr gab es demnach keine Probleme. Am Frankfurter Flughafen lief alles ziemlich reibungslos: Es waren nach Darstellung des Flughafenbetreibers Fraport bereits am Morgen sämtliche Start- und Landebahnen geräumt.

Neuer Schnee in Sicht

Vor allem in der Mitte Hessens und im Westen hatte es in der Nacht kräftig geschneit. Nach einer kurzen Pause soll schon am Abend und in der Nacht neuer Schnee fallen, in tieferen Lagen kann es regnen. Im Laufe des Sonntags lassen die Schnee- und Regenschauer nach, bei bis zu sechs Grad gibt es neben vielen Wolken ab und an ein bisschen Sonne.

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