Eine Familie auf dem neugebauten Goetheturm genießt die Aussicht auf die Frankfurter Skyline

Wenige Tage nach der Wiedereröffnung ist der Frankfurter Goetheturm für Besucher schon wieder gesperrt worden. An den Treppenstufen wurden mehrere lockere Muttern gefunden.

Für viele Frankfurterinnen und Frankfurter war es ein schwerer Verlust: Im Oktober 2017 brannte der Goetheturm, eines der Wahrzeichen der Stadt, nach einer nächtlichen Brandstiftung komplett nieder. Planung und Wiederaufbau des 43 Meter hohen Holzbauwerks am Rande des Stadtwalds dauerten knapp drei Jahre. Seit einigen Monaten kann der Turm im Stadtteil Sachsenhausen wieder bestaunt werden, Mitte vergangener Woche wurden schließlich die 175 Stufen nach oben für Schaulustige freigegeben.

"Unser geliebter Goetheturm ist nun täglich von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, längstens bis 20 Uhr, geöffnet", schrieb die Stadt erst am Dienstag auf Twitter. Doch seit Mittwoch ist der Aussichtsturm schon wieder dicht. Es habe sich herausgestellt, "dass am Goetheturm noch kleinere Nacharbeiten nötig sind", erklärte die Stadt am Mittwoch. Der Grund: Es wurden lose Schrauben an den Holztreppenstufen gefunden. Gefahr für die Hochlaufenden habe laut Baudezernat aber nicht bestanden.

Wohl kein Fremdeinwirken

Hat sich also schon wieder jemand am Turm zu schaffen gemacht? Das glaubt Baudezernatssprecher Günter Murr nicht: "Das ist bei Holzkonstruktionen nicht unüblich, dass sich dort die Muttern etwas lockern. Gerade wenn die Bauwerke längere Zeit und dazu noch über den Winter unbenutzt gestanden haben wie beim Goetheturm", sagte Murr dem hr.

Die Schrauben sollten bereits am Mittwoch wieder nachgezogen werden. Danach soll der Turm auch bald wieder öffnen. Das genaue Datum ist aber noch nicht klar.

Brandstiftungsserie 2017

2017 waren gleich mehrere Holzbauwerke in Frankfurt abgebrannt, neben dem Goetheturm auch der Koreanische Pavillion im Grüneburgpark und der Chinesische Pavillion im Bethmannpark. Auch eine mit Holz verkleidete Walldorf-Kita wurde in Brand gesetzt. Bis heute ist ungeklärt, wer für die Brandtstiftungen verantwortlich war - und ob diese tatsächlich in einem Zusammenhang stehen.