Trümmerfeld auf der A5
Trümmerfeld auf der A5 Bild © picture-alliance/dpa

Bei einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen auf der A5 bei Erzhausen sind sechs Menschen verletzt worden. Wieder einmal behinderten Gaffer die Rettungsarbeiten. Die Polizei griff rigoros durch.

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Nach einem schweren Unfall auf der A5 bei Erzhausen (Darmstadt-Dieburg) ist die Polizei rigoros gegen Schaulustige vorgegangen. Die Beamten stoppten in der Nacht zu Freitag mehrere Gaffer, die teilweise Videoclips von der heftigen Kollision mit mehreren beteiligten Fahrzeugen gedreht hatten.

"Wie würden Sie sich fühlen, wenn Fotos gemacht werden, während Sie verletzt im Fahrzeug sitzen?", fragte ein Beamter einen Autofahrer, der zum Rapport aus seinem Wagen aussteigen und sich eine Standpauke anhören musste. Ein anderer Fahrzeughalter musste sogar sein Smartphone abgeben, bekam es aber später zurück. Zuvor war der Fahrer eines Kleinlasters in Tränen ausgebrochen, als ihn der Beamte zu der Unfallstelle geführt und ihn wegen seines Verhaltens gerügt hatte. Trotz Einsicht erwartet den Mann ebenfalls eine saftige Geldstrafe.

Beispiel aus Bayern: "Sie können gern aussteigen..."

Dass die Polizei diesen ungewöhnlich direkten Weg der Konfrontation mit den Schaulustigen suchte, dürfte vielleicht auch an einem ähnlich gelagerten Fall aus Bayern liegen. Dort hatte ein Beamter nach einem tödlichen Unfall auf der A6 Gaffer angefahren: "Sie können gerne aussteigen und die Leichen fotografieren." Der emotionale Ausbruch des Ordnungshüters hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, Lob dafür gab es auch aus der Politik.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Was tut Hessen gegen Gaffer?

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Aber nicht nur die Polizei hatte bei dem Unfall auf der A5 bei Erzhausen mit Problemen zu kämpfen. Auch die Feuerwehr kam erst nur mühsam voran, weil zunächst nur unzureichend eine Rettungsgasse gebildet worden war. Dabei war Eile geboten, denn fünf Fahrzeuge waren im Bereich des neu eingerichteten E-Highways kollidiert.

19-Jähriger fährt in Stauende

Als die Rettungskräfte die Unfallstelle erreichten, fanden sie laut Polizei ein "ausgedehntes Trümmerfeld" vor. Ein 19-Jähriger hatte den Angaben zufolge einen Stau zu spät erkannt und war beim Überholen mit seinem Fahrzeug mit zwei Kleinlastern kollidiert. Die drei Fahrzeuge gerieten ins Schleudern, ein Transporter blieb quer auf der Fahrbahn liegen. Ein 44-Jähriger und eine 71-jährige Frau mit ihrem Beifahrer fuhren dann in die Unfallstelle. Das Auto des 19-Jährigen fing Feuer und brannte komplett aus.

Die sechs zum Teil schwer Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Schaden wurde auf rund 400.000 Euro geschätzt. Die Oberleitung des E-Highways wurde nicht beschädigt. Sie war zum Zeitpunkt des Unfalls nach Angaben der Feuerwehr nicht in Betrieb. Die Autobahn war für rund zwei Stunden in Richtung Frankfurt gesperrt.

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen, 24.05.2019, 19.30 Uhr