Mann trinkt unter sengender Sonne aus einer Wasserflasche

Die Hitze hat Hessen weiter fest in Griff - und es wird noch schlimmer. Zu den rekordverdächtigen Temperaturen kommt jetzt noch die Schwüle hinzu. Auch vereinzelte Gewitter sorgen kaum für Abkühlung.

Das Wetter kennt keine Gnade: Ungebremst rollt die Hitzewelle über Hessen hinweg, und das mindestens bis Mitte der kommenden Woche. Am Frankfurter Flughafen maß der Deutsche Wetterdienst am Sonntag die Höchsttemperatur von 37,5 Grad. Nach dem bislang heißesten Wochenende des Jahres bringt der Montag mit bis zu 37 Grad keinerlei Abkühlung.

"Es wird schwüler"

Ganz im Gegenteil: "Die Luft wird deutlich feuchter und das Wetter somit schwüler", sagt hr-Wetterexperte Mark Eisenmann. Kurz und knapp gesagt: Es wird noch unerträglicher. "Bei trockener Hitze kann der Körper durch Schwitzen besser abkühlen", erklärt Eisenmann. Bei Schwüle falle das deutlich schwerer.

Vor allem Kinder, geschwächte und ältere Menschen seien somit noch stärker gefährdet. Das Sozialministerium warnte bereits vor extremer Hitzebelastung.

Ozonkonzentration übersteigt Grenzwert

Eine Gefahr für die Gesundheit stellt auch der erhöhte Ozonwert in der Luft dar. Am Sonntagmittag hat die Ozonkonzentration etwa in Frankfurt den Grenzwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bereits überschritten. Der Ozonwert lag laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bei 181 Mikrogramm.

Bei einer Überschreitung des Grenzwerts ist das HLNUG verpflichtet, die Öffentlichkeit zu informieren. Ozon reizt die Schleimhäute und greift vor allem Atemwege, Augen und Lungengewebe an.

Badeseen überfüllt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Badeseen lassen keine Besucher mehr rein

Eingang am Langener Waldsee
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Wer am Sonntag Abkühlung in einem der zahlreichen Badeseen in Hessen suchte, stand vielerorts vor verschlossenen Türen. Der Badesee in Hainburg (Offenbach) und das Strandbad in Großkrotzenburg (Main-Kinzig) ließen bereits ab Mittag keine zusätzlichen Besucher mehr rein. Der Naturbadesee Stockelache in Borken (Schwalm-Eder), der Langener Waldsee sowie das Familienbad Langen (beide Offenbach) meldeten am Mittag ebenfalls, dass sie für Sonntag bereits ausgebucht sind.

Zudem waren viele Zufahrtsstraßen zu Badeseen in Hessen zugeparkt - so wurden zum Beispiel am Diemelsee (Waldeck-Frankenberg) zahlreiche Knöllchen an Falschparker verteilt.

Vereinzelt heftige Gewitter

Durch die zunehmende Luftfeuchtigkeit stieg auch das Gewitterpotenzial in Hessen. "Vereinzelt kann es auch am Montag zu teils heftigen Gewittern und Schauern mit Hagel kommen", so hr-Meteorologe Eisenmann. Der Deutsche Wetterdienst rief für mehrere hessische Landkreise Unwetterwarnungen aus.

Doch auch die lokalen Schauer oder Gewitter bringen keine Abkühlung: Am Dienstag und Mittwoch zeigt das Thermometer wieder Werte von bis zu 35 oder 36 Grad. Erst in der zweiten Wochenhälfte wird es dann etwas kühler.

Sendung: hr-iNFO, 9.8.2020, 15 Uhr