In Korbach und Twistetal haben Spezialkräfte der Polizei die Wohnungen mutmaßlicher Rechtsextremer durchsucht. Die Verdächtigen sollen der Gruppierung Wolfsbrigade angehören und radikale Pläne verfolgen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Razzien gegen rechtsextreme "Wolfsbrigade"

Spezialeinsatzkräfte der Polizei
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Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft am Dienstagmorgen Wohnungen in vier Bundesländern durchsuchen lassen. Sechs Beschuldigte stünden im Verdacht, im vergangenen Jahr innerhalb der rechtsextremen Gruppierung "Wolfsbrigade" die Untergruppierung "Sturmbrigade" als "bewaffneten Arm" gebildet zu haben, teilte die Behörde in Karlsruhe mit.

"Wiedererstarken eines freien Vaterlandes" als Ziel

Nach hr-Informationen wurden in Hessen drei Wohnungen durchsucht, eine in Twistetal und zwei in Korbach im Kreis Waldeck-Frankenberg. Dabei kamen das SEK und ein Hubschrauber zum Einsatz. Erklärtes Ziel der Gruppierung, das offenbar auch mit Gewalt verfolgt werden sollte, sei das "Wiedererstarken eines freien Vaterlandes" nach dem "germanischen Sittengesetz".

Die Beschuldigten verbinde "eine rechtsextreme Gesinnung", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im Jahr 2018 sollen sie die "Sturmbrigade" gegründet haben. Außerdem habe es auch Durchsuchungen bei vier nicht tatverdächtigen Personen gegeben. Bislang habe es keine Festnahmen gegeben.

Vermutlich 2017 gegründet

Der Schwerpunkt der Gruppierung "Wolfsbrigade" liegt offenbar in Sachsen Anhalt. Das dortige LKA leitet die aktuellen Ermittlungen. Gegründet wurde sie laut dem Innenministerium von Sachsen-Anhalt vermutlich im Jahr 2017. Die "Wolfsbrigade" trat dann im Sommer 2018 bei Aufmärschen rechtsextremer Gruppen in Köthen (Sachsen-Anhalt) in Erscheinung. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

Sendung: hr1, 30.07.2019, 12 Uhr