Justiz Bild für Tag

Drei Männer sollen mit Geld vom Jobcenter salafistische Anschläge auf Polizisten und größere Menschenmengen geplant haben. Jetzt stehen sie in Frankfurt vor Gericht - zum zweiten Mal.

Weil sie mit Geld vom Jobcenter salafistische Anschläge und Waffenkäufe geplant haben sollen, müssen sich seit Donnerstag drei mutmaßliche Extremisten mit deutscher Staatsangehörigkeit vor dem Landgericht Frankfurt verantworten.

Geld von Jobcenter kassiert

Die Staatsanwaltschaft legt den 32 Jahre alten Zwillingsbrüdern aus Wiesbaden und dem zehn Jahre jüngeren Offenbacher den Tatbestand der Terrorismus-Finanzierung zur Last. Demnach kassierten die Männer 1.600 Euro vom Jobcenter für die Anmietung einer Wohnung. Mit dem Geld sollen sie allerdings in Verhandlungen über den Kauf eines Kalaschnikow-Gewehres getreten sein.

Darüber hinaus seien Selbstmordattentate in großer Menschenmenge geplant gewesen. Dafür wollten die Angeklagten den Ermittlungsergebnissen zufolge ein Fahrzeug mieten. Zudem sollten Polizeibeamte in einen Hinterhalt gelockt werden, um deren Dienstwaffen zu erbeuten. Danach seien weitere Anschläge auf "Ungläubige" geplant gewesen.

Bereits der zweite Anlauf

Am ersten Verhandlungstag äußerten sich die Zwillingsbrüder nur zu persönlichen Verhältnissen. Sie stellten jedoch eine Einlassung in Aussicht.

Ein erster Prozess gegen das Trio war im März von der Staatsschutzkammer nach der Verlesung der Anklageschrift abgebrochen worden, weil der Vorsitzende erkrankt war. Zuvor hatten die Angeklagten erkennen lassen, dass sie sich zu ihren Lebensläufen und ihrer religiösen Einstellung äußern wollen. Das Gericht will Anfang August sein Urteil sprechen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.5.2020, 19.30 Uhr