Anwohner in Limburg-Ahlbach haben nach einer nächtlichen Explosion in einem Getreidefeld einen Krater entdeckt. Zunächst war die Ursache unklar. Seit Montag steht fest: Es war eine Weltkriegsbombe, die sich selbst entzündete.

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Das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie maß um 3.52 Uhr in der Nacht zum Sonntag in Ahlbach, einem Limburger Stadtteil kurz vor Hadamar, ein leichtes Erdbeben der Stärke 1,7. Im Lauf des Tages meldeten sich bei der Polizei Anwohner aus dem kleinen Ort, die in der Nacht eine Explosion gehört hatten. Außerdem wurde in einem Getreidefeld ein Krater entdeckt.

Die Polizei bat dann das Deutsche Rote Kreuz vor Ort, mit einer Drohne Luftaufnahmen zu machen. Sie zeigen einen etwa zehn Meter weiten und vier Meter tiefen Krater in einem Feld in unmittelbarer Nähe zum nördlichen Ortsrand Ahlbachs.

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Experten des Kampfmittelräumdiensts untersuchten das Erdloch am Sonntag, fanden jedoch keine Splitter, die auf eine explodierte Bombe hingedeutet hätten. Am Montagvormittag schauten sie noch einmal nach, und danach stand fest: "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" riss eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg den Krater in das Feld.

Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger entzündete sich in vier Metern Tiefe durch einen chemischen Langzeitzünder selbst. Verletzt wurde bei der Explosion niemand.

Bombenziel im Zweiten Weltkrieg

Dass sich eine Bombe selbst entzünde, habe man in den vergangenen Jahren in Limburg nicht erlebt, sagte Stadtsprecher Johannes Laubach: "Wir können froh sein, dass der Bauer nicht auf dem Feld war."

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg seien dort aber keine Überraschung. "Wir sind mit dem ehemaligen Bahnbetriebswerk durchaus ein Bombenziel Ende des Zweiten Weltkriegs gewesen", erinnerte Laubach. Das Werk sei quasi eine Werkstatt für Loks gewesen. Die Straße bei Ahlbach sei für den Rückzug der deutschen Soldaten genutzt worden.

Bombenkrater aus der Luft
Eine Drohnenaufnahme zeigt den Bombenkrater aus der Luft. Bild © Polizeipräsidium Westhessen

Dass eine Bombe ohne Fremdeinwirkung detoniert, weil sich der Zünder zersetzt, kommt laut Regierungspräsidium Darmstadt statistisch gesehen einmal im Jahr in Deutschland vor. "Die Gefahr ist geringer, als von einem Blitz erschlagen zu werden", sagte Guido Martin, Sprecher der Behörde, wo der Kampfmittelräumdient angesiedelt ist.

Gesprächsthema mit Zeitverzögerung

Megaseltenes Ereignis hin oder her: Nach Aussage einiger Anwohner waren die nächtliche Explosion und der Krater am Sonntag gar nicht mal das große Gesprächsthema in dem kleinen Ahlbach, sondern erst seit der Berichterstattung am Montag.

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Krater in Limburg-Ahlbach

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Krater in einem Feld bei Limburg-Ahlbach

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Peter Weißer, Landwirt auf dem zum Krater nächstgelegenen Bauernhof, nahm zwar in der Nacht zum Sonntag "einen ganz schönen Rumms" wahr und spürte im Bett, "dass es ganz schön wackelte". Nach eigener Aussage blieb er trotzdem liegen und sah draußen nicht mal nach dem Rechten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 24.06.2019, 13 Uhr