Seligenstadt Fastnachtsumzug

Die diesjährige Fastnachtskampagne ist endgültig vorbei: Für die abgesagten Rosenmontagsumzüge gibt es keine Nachholtermine. Die Prinzenfamilie in Fulda trifft es schon zum zweiten Mal.

Nach der sturmbedingten Absage des Rosenmontagszuges in Seligenstadt wird es keinen Nachholtermin für das Spektakel geben. Das teilte der Vorsitzende des Heimatbundes, Richard Biegel, am Freitag mit. Ihm zufolge hatte der Vorstand am Donnerstagabend die Entscheidung getroffen. "Diesen Entschluss haben wir mit schwerem Herzen gefasst", sagte Biegel.

Allerdings hätte ein neuer Termin, etwa im Mai, ein zu großes finanzielles Risiko mit sich gebracht, erklärte Biegel auf Nachfrage von hessenschau.de: "Allein für die Security und die Rettungsdienste entstehen uns Kosten von 22.000 Euro." Diese Posten ebenso wie andere Ausgaben etwa für die Anreise der Musikkapellen seien am Rosenmontag bereits angefallen und kämen bei einem Nachholtermin noch einmal hinzu. Die Rücklagen des Vereins seien durch den Nachholtermin 2016, als es ebenfalls am Rosenmontag gestürmt hatte, schon arg geschrumpft.

Volle Konzentration auf den Geleitszug

Gleichzeitig sei unklar, ob zu einem solchen Termin ausreichend viele Zuschauer kämen und man über Speisen- und Getränkeverkauf genug Einnahmen erzielt hätte. "Im Mai kommen nie so viele Besucher wie am Rosenmontag", sagte Biegel. Schließlich feiere Seligenstadt im August der nur alle vier Jahre stattfindende festliche Geleitszug, wofür der Heimatbund ebenfalls seinen Beitrag beisteuere.

Der Rosenmontagszug war in Seligenstadt, ebenso wie in Fulda, wegen des Sturmtiefs "Bennet" aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Und auch in der Domstadt wird der Rosenmontagszug nicht nachgeholt, wie der Präsident der Fuldaer Karneval-Gesellschaft, Michael Hamperl, sagte.

Fulda sucht nach Ersatz zumindest fürs Prinzenpaar

Was der Fuldaer Verein stattdessen unternehmen wird, wollen die Mitglieder bei der nächsten, noch nicht terminierten Präsidiumssitzung beraten. Hamperl nannte vorab zwei Ideen: Denkbar sei, dass der Prinzenwagen und ein weiterer Wagen für Tollitäten auf dem Fuldaer Stadtfest im Herbst in Erscheinung träten. "Sie sollen aber nicht fahren, eher als Blickfang dienen", sagte Hamperl.

Eine andere Option laut Hamperl: Der Prinz von 2019, Markus Günther, und der Prinz von 2016, Alexander Günther, bekommen einen Wagen, der beim nächsten Rosenmontagszug vor dem Karnevalsprinzen von 2020 vorweg fährt. Denn der 2016er Prinz Alexander, Bruder des diesjährigen Prinzen, hatte auch schon Pech. Wegen eines Unwetters fand vor drei Jahren der Rosenmontagszug, normalerweise der größte im Land, ohne größere Wagen statt. Alexander Günther musste beim Festzug zu Fuß mitlaufen.

Sendung: hr4, hessenschaureports, 08.03.2019, 17.30 Uhr