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Ein Amateur-Video von einer Anti-Neonazi-Demo am vergangenen Wochenende in Kassel hat zu internen Ermittlungen bei der Polizei geführt. Auf dem Video ist unter anderem zu sehen, wie ein Polizist sitzende Demonstranten auf einer Straße besprüht - vermutlich mit Pfefferspray.

Videobeitrag

Video

zum Video Polizei untersucht umstrittene Einsatzvideos

hs
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Am vergangenen Samstag demonstrierten in Kassel rund 10.000 Menschen gegen die Kleinstpartei "Die Rechte". Am Rande dieser Demo kam es zu einem Polizeieinsatz, der in einem Amateur-Video dokumentiert und in den sozialen Medien heftig diskutiert wird.

In dem leicht verwackelten Video ist zu sehen, wie eine kleine Gruppe Demonstranten auf eine Straße rennt. Die Demonstranten setzen sich in die Mitte der Straße, dann kommt ein gutes Dutzend Polizeibeamte ins Bild. Die Demonstranten rufen "Nazis raus!".

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Ein Polizist steht mit einer Sprühflasche vor der sitzenden Gruppe und sprüht Flüssigkeit auf die Demonstranten. Dann geht der Polizist zu einem weiter rechts im Schneidersitz hockenden Mann und zerrt ihn auf den Grünstreifen. Andere Polizisten stehen zunächst um die Szene herum, dann gehen sie zu dem Grüppchen und lösen deren Blockade auf.

Echtheit des Videos bestätigt

Die Polizei bestätigte dem hr am Freitag die Echtheit des Videos - es zeige nur "einen Ausschnitt des Demonstrationsgeschehens am 20.07.2019 in Kassel". Anzeigen von Demonstrationsteilnehmern lägen nicht vor, man habe aber interne Ermittlungen eingeleitet: "Der Einsatz von Pfefferspray ist streng an rechtliche Voraussetzungen gebunden."

Nach Angaben der Linksjugend Kassel soll es sich bei der versprühten Flüssigkeit um Pfefferspray handeln, ein Mensch habe davon einen Krampfanfall gehabt, außerdem seien Demonstranten geschlagen und verletzt worden.

"Pfefferspray gesprüht"

Ein Aktivist schildert das Geschehen anonym aus seiner Sicht in der Sendung maintower: "Ein Polizist hat uns aufgefordert, die Straße zu verlassen, da er sonst Pfeffer einsetzt, hat allerdings während er das gesagt hat, Pfefferspray in die Menge gesprüht."

Den Angaben der Aktivisten zufolge seien 13 Menschen verletzt worden. Sie kritisieren das Vorgehen der Beamten als unverhältnismäßig und überlegen nun, ob sie rechtliche Schritte einleiten.

Sendung: hessenschau, 31.07.2019, 19.30 Uhr