Modell vom neuen Goetheturm

Vor anderthalb Jahren wurde das Frankfurter Wahrzeichen durch ein Feuer zerstört: Nun liegt der Entwurf für den Wiederaufbau vor. Der neue Goetheturm soll bald stehen und sicher vor Brandstiftung sein.

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Modell des neuen Goetheturms in Frankfurt
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Der neue Goetheturm in Frankfurt wird viel mit seinem abgebrannten Vorgänger gemein haben. So sehen es die Pläne der Stadtverwaltung vor. "Der neue Goetheturm wird sich optisch nicht vom alten unterscheiden", sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU) bei der Präsentation des neuen Modells am Donnerstag im Frankfurter Stadtwald.

Neuer Turm aus Holz und Stahl

Geplant ist demnach, dass auch der neue Bau zum Großteil aus Holz besteht. An einigen Schnittstellen werden Stahlelemente eingearbeitet. Sie sollen den Turm widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit machen und dabei helfen, dass einzelne Teile - wenn nötig - ausgetauscht werden können.

Die Treppen sollen insgesamt breiter werden und heutigen Bauvorschriften entsprechen. Barrierefrei, also etwa zugänglich für Menschen im Rollstuhl, wird aber auch der neue Turm nicht sein.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Am Sockel werden Gitter angebracht, um den Turm außerhalb der Öffnungszeiten abschließen zu können. Damit er nicht noch einmal angezündet wird, setzt die Stadt künftig auf Sicherheitsmaßnahmen. Details wollte Baudezernent Schneider aber nicht nennen.

Die Kosten für den neuen 43 Meter hohen Goetheturm schätzt die Stadt auf rund 2,5 Millionen Euro. Gut zwei Millionen werden von einer Versicherung abgedeckt. Dazu kommen mehr als 160.000 Euro an Spenden. Baubeginn ist im Herbst. Im nächsten Frühjahr soll das Wahrzeichen wiederhergestellt sein.

Im Oktober 2017 abgebrannt

Der alte Goetheturm war vor gut anderthalb Jahren angezündet worden und abgebrannt. Die Nacht zum 12. Oktober 2017 wird vielen Frankfurtern in Erinnerung bleiben. Das Feuer hatte den Turm völlig zerstört, lediglich steinerne Teile des Fundaments blieben übrig.

Die Betroffenheit bei Bürgern und Politikern war groß, schnell war klar: Der Turm wird wiederaufgebaut und das möglichst originalgetreu, so der Wunsch vieler Frankfurter. Bei einer Befragung sprachen sich 78 Prozent der Teilnehmer für eine Rekonstruktion und gegen einen neuen, modernen Turm aus.

Am Brandort des Goetheturms ist ein Miniaturnachbau umgekippt.

Der Brand des Holzturms war der spektakulärste Fall einer Reihe von Brandstiftungen an Holzgebäuden im Jahr 2017. Auch der chinesische Pavillon im Bethmannpark im Nordend und der koreanische Pavillon im Grüneburgpark im Westend fielen Flammen zum Opfer. Beide Holzbauten sollen ebenfalls wiederaufgebaut werden.

Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus. Der oder die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Sendung: hr-iNFO, 25.04.2019, 14 Uhr