Laotische Riesenkrabbenspinne, Alpaka-Sitter am Flughafen, Polizei-Diensthund "Schorsch"
Laotische Riesenkrabbenspinne, Alpaka-Sitter am Flughafen, Polizei-Diensthund "Schorsch" Bild © Senckenberg Institut, Fraport, Bundespolizei, Collage: hessenschau.de

Bordellstraße, Alpaka-Lounge oder Riesenspinne: Zahlreiche Medien, Unternehmen und Ministerien in Hessen haben auch diesen 1. April für die traditionellen Scherze genutzt. Auch wir.

Eine Riesenspinne mit bis zu 30 Zentimetern Beinspannweite! Im Koffer nach der Heimreise aus Laos! In der Wohnung in Frankfurt ausgebüxt! So etwas kann passieren - ist es aber nicht. Die laotische Riesenkrabbenspinne Heteropoda maxima gibt es zwar. Aber hier hatte sie nur den Zweck, Sie in den April zu schicken.

Spinnenexperte Peter Jäger vom Senckenberg Institut in Frankfurt kennt die Heteropoda maxima in- und auswendig. Er hat sie 2001 sogar benannt und hessenschau.de beim Aprilscherz-Schreiben fachkundig unterstützt. Entwarnung also: keine laotische Riesenspinne in Frankfurt ausgebrochen. Und falls es doch mal passiert: Laut Jäger ist sie ungefährlich. Ein einzelnes Weibchen kann aber bis zu 1.000 Eier legen.

Medien, Firmen und Behörden in Scherzlaune

Auch andere waren natürlich wieder fleißig am Foppen. Wie immer am 1. April ließen es sich Behörden und Institutionen, Zeitungen und Verbände nicht nehmen, die Hessen aufs Glatteis zu führen - oder es zumindest zu versuchen.

Beliebt waren in diesem Jahr wieder Pressemitteilungen von Ministerien. Wundert man sich auch im Normalfall schon des Öfteren über deren Inhalte, legten sie am 1. April noch einen drauf: Das hessische Finanzministerium kündigte an, Menschlichkeit künftig finanziell zu bevorzugen und das Briefporto für handgeschriebene Liebesbriefe zu übernehmen. "Wir setzen damit in Zeiten oft beklagter Polarisierung bewusst ein Zeichen für die Liebe, für das Miteinander", hieß es.

Bald neu in Wiesbaden oder nur ein Aprilscherz? Die Dornstraße.
Bald neu in Wiesbaden oder nur ein Aprilscherz? Die Dornstraße. Bild © wissenschaft.hessen.de

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst konnte ebenfalls mit einem praktischen Vorschlag aufwarten: Das Haus steht in der Wiesbadener Rheinstraße - benannt nach dem Fluss. Oder doch nach Ex-Ressortchef Boris Rhein (CDU)? Nachdem dieser das Ministerium verlassen hat und nun als Landtagspräsident tätig ist, solle die Rheinstraße doch an die neue Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) angepasst werden, meldete die Pressestelle des Hauses, und künftig folgerichtig Dornstraße heißen.

Eine Straße hat auch das oberhessische Nachrichtenportal Oberhessen-live ins Visier genommen. Als Maßnahme gegen den zunehmenden Leerstand solle aus der Obergasse in Alsfeld eine Bordellstraße in der Art der Hamburger Herbertstraße werden – Stripclubs, Frauen in Schaufenstern und Eintritt ab 18 Jahren. Damit werde zugleich dem ehemaligen Bürgermeister Herbert Diestelmann ein Denkmal gesetzt.

Dino-Park im Marburger Hinterland

Zahlreiche weitere Zeitungen und Webseiten versuchten sich mit Aprilscherzen zu übertreffen. Laut FAZ plant die Frankfurter Eintracht den Ausbau des Waldstadions auf 80.000 Zuschauer sowie einen hochmodernen Wohnturm für Spieler direkt daneben. Osthessen-News hingegen lässt den frisch eingeführten Fuldaer Bischof Michael Gerber in ein Wohnmobil ziehen. Der Grund: Die millionenteure Sanierung des alten Bischofshauses verzögere sich.

Unkonventionelle Ideen hat auch der Hanauer Anzeiger zu bieten. Das Blatt will den Verkehr im Rhein-Main-Gebiet mit einer Seilbahn vom Hanauer Hauptbahnhof in den Frankfurter Osten entlasten. Das Gegenteil, nämlich mehr Verkehr, erhofft sich dagegen mittelhessen.de. Das Nachrichtenportal kündigte einen millionenteuren Dino-Park für die strukturschwache Hinterlandkommune Steffenberg-Steinperf (Marburg-Biedenkopf) an. Auslöser sei ein dort gefundener Dinosaurer-Fußabdruck in Größe XXXL.

Abriss statt Neubau ist hingegen bei der Oberhessischen Presse das Thema des Tages. Die schon seit über einem Jahr andauernde Sanierung der Weidenhäuser Brücke in Marburg sei wegen falscher Berechnungen gescheitert. Das Bauwerk werde daher abgerissen und durch einen Tunnel unter der Lahn ersetzt.

Alpakas gegen Flugangst

Auf den Hund gekommen sind verschiedene Polizeistellen in Hessen. Die Polizei Westhessen sucht nach Diensthundesittern, um den hundeführenden Kollegen auch mal "längere Urlaube ohne Hunde zu ermöglichen". Die Bundespolizei am Flughafen stellte ihren neuen Diensthund "Schorsch" vor, ein stattlicher "Wetterauer Mops" mit der Statur einen mittelgroßen Hausschweins. Die Inspiration dazu könnte von der polizeilich beurkundeten Vorliebe von "Schorsch" für Frankfurter Schnitzel gekommen sein.

🐶 Wir haben Verstärkung bekommen! Hundeführer Sebastian freut sich über seinen neuen Partner „Schorsch“. Der 18 Monate alte #WetterauerMops liebt #FrankfurterSchnitzel und geht am Wochenende gerne früh schlafen. #BPol #Flughafen #Frankfurt #DogContent #Mops #Polizeihund

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Neue tierische Helfer gibt es am Frankfurter Flughafen künftig angeblich nicht nur bei der Polizei, sondern auch beim Betreiber Fraport. Der stellte eine neue Alpaka-Lounge vor, in der die flauschigen Kamele Passagiere mit Flugangst oder Stresssymptomen auf den Abflug vorbereiten sollen. Passend zum frühlingshaften Wetter kündigt der RMV fünf neue Cabrio-Straßenbahnen für Frankfurt an. "Also, Sonnencreme einpacken und die Sonnebrille nicht vergessen", fordert der Verkehrsverbund gut gelaunt.

Fear of flying? Watch Nonstop Dan’s visit at Frankfurt Airport to test our new Alpaca-Lounge to treat passengers with aerophobia or who are stressed before their flight: https://t.co/lBAeHJ4BqT

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Grie Soß Bier - Gibt's nicht? Gibt's doch!

Grie Soß Bier
Gibt's tatsächlich: Grie Soß Bier Bild © Glaabsbräu

An dieser Stellte hatten wir unseren Nutzern zum Abschluss des Aprilscherz-Reigens noch ein kühles "Grie Soß Bier" angeboten. Die humorvoll getextete Pressemitteilung der Seligenstädter Brauerei Glaabsbräu, herausgegeben am 1. April, passte einfach zu gut in unsere Übersicht. Allerdings: Das saisonale Craft-Bier mit der "Kraft der siwwe Kräuder" war gar kein Aprilscherz, das gibt es wirklich! Gab's auch letztes Jahr schon. Nutzer hatten uns auf diesen Irrtum aufmerksam gemacht. Bitte melden Sie sich bei uns, falls Sie demnächst auch noch Alpakas am Flughafen treffen!

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 01.04.2019, 18 Uhr