Frankfurter genießen den Sommer und die Sonne vor der Skyline

Die Übergangsjacken und Regenmäntel können für ein paar Tage zurück in die Kleiderschränke, das Wochenende wird sommerlich. Ein 72 Jahre alter Rekord bleibt jedoch unerreichbar.

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zum hr-fernsehen.de Video alle wetter! vom 12.09.2019

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Wenn man derzeit durch hessische Städte oder Dörfer läuft, sieht man modisch die komplette Bandbreite der verfügbaren Kollektionen. Einige Frostbeulen haben nach Sichtung der ersten herbstlichen Wolken bereits Schal, dicke Jacke und die festen Stiefel aus dem Keller geholt.

Andere halten sich strikt an den astronomischen Kalender und vertrauen weiterhin auf T-Shirt und Sonnenbrille. Letztere Gattung, das verspricht hr-Wetterexperte Tim Staeger, kommt an diesem Wochenende noch einmal groß raus: "Es wird im ganzen Bundesland richtig sommerlich und warm."

Gaia bringt die Sonne nach Hessen

Verantwortlich für die spätsommerlichen Sonnenstrahlen im September ist "Gaia". Das nach der griechischen Göttin der Erde benannte Hochdruckgebiet heizt sich gerade über den Azoren richtig auf, um dann im Laufe des Tages in Richtung Hessen aufzubrechen. Der Freitag kommt noch etwas wolkenverhangen daher und zeigt sich erst gegen Abend freundlicher. Spätestens ab Samstagmorgen herrscht dann aber zwischen Bad Karlshafen (Kassel) und Hirschhorn (Bergstraße) südeuropäisches Klima.

Ausnahmen, auch das bestätigt der Meteorologe, gibt es nicht. Zwar sind die üblichen Besserwetter-Verdächtigen wie das Rhein-Main-Gebiet oder die Bergstraße auch dieses Mal an der oberen Temperatur-Skala zu finden. Selbst im notorisch eher unterkühlten Nordhessen dürfen an diesem Wochenende aber noch einmal die Bermuda-Shorts und das Kurzarmhemd ausgeführt werden.

72-Jahre-Rekord bleibt bestehen

Als Höchstwerte werden 26 Grad am Samstag und bis zu 28 Grad am Sonntag erwartet. "Für Altweibersommer ist es zwar eigentlich noch zu früh, genauso fühlt es sich aber an", so Staeger, der deshalb lieber von Spätsommer spricht. Etwas kühler und herbstlicher wird es erst ab Dienstag wieder.

Unüblich ist eine derartige Wärmeperiode im September übrigens nicht. Selbst die 30-Grad-Marke, die am Wochenende voraussichtlich nicht fallen wird, wurde in der Vergangenheit im neunten und sogar zehnten Monat des Jahres schon einige Male weit übersprungen. Am weitesten, das kramt Staeger aus den Archiven, vor ganz genau 72 Jahren. "Am 13. September 1947 war es in Darmstadt 34,8 Grad heiß." Später Hochsommer in Südhessen. Und ein Hitze-Rekord für die Ewigkeit.

Sommer könnte noch eine Zugabe geben

Angesichts dieser schönen Aussichten bietet es sich an, über mögliche Ausflugsziele nachzudenken. An dieser Stelle kommt zumindest für Motorradfahrer ein kleiner Stimmungsdämpfer. Rund um den Feldberg sind aufgrund von zu großem Lärm und zu vielen Unfällen noch immer drei beliebte Biker-Strecken gesperrt. Ein Ausritt im Taunus ist also nur bedingt möglich.

Da das Jahr aber noch lang und der Winter noch weit weg ist, ist auch das kein Grund für Trübsal. Ein dauerhafter Abschied der Sonne und ein damit verbundenes Ende aller Outdoor-Aktivitäten sind erst einmal nicht in Sicht. "Das muss nicht das letzte freundliche und trockene Wochenende in diesem Jahr sein", prophezeit Staeger: "Vielleicht gibt es bald noch eine Sommer-Zugabe."

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 12.09.19, 19.15 Uhr