Die Bildkombination zeigt eine Karte mit dem Evakuierungsgebiet und die Fundstelle der Bombe.
Sperrgebiet und Fundort der Bombe im Frankfurter Ostend. Bild © hessenschau.de, Hanna Immich

Am Sonntag wird im Frankfurter Osten eine Weltkriegsbombe entschärft. 16.500 Menschen müssen ihre Häuser verlassen. In der Schutzzone liegen auch die EZB und Teile Sachsenhausens. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine 500-Kilogramm-Weltkriegsbombe wird am Sonntag im Frankfurter Ostend entschärft. Gefunden wurde sie bereits vor einer Woche bei Bauarbeiten nahe der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Eytelweinstraße. Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt Frankfurt veröffentlichten am Donnerstag neue Details zur Entschärfung. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Evakuierung.

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Welcher Bereich wird evakuiert?

Rund einen Kilometer um den Fundort wird eine Sperrzone eingerichtet: Sie reicht von der südlichen Grenze des Zoos bis nach Sachsenhausen, zieht sich bis zum Osthafen und endet im Westen an der Ignatz-Bubis-Brücke. Die Frankfurter Feuerwehr stellt eine interaktive Karte (siehe unten) zur Verfügung. Hier können Anwohner nachschauen, ob ihre Wohnung im betroffenen Bereich liegt.

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Interaktive Karte der Frankfurter Feuerwehr mit der Schutzzone
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Ab wann ist der Bereich gesperrt - und wie lange?

Anwohner müssen die Evakuierungszone bis 8 Uhr am Sonntagmorgen verlassen haben. Sie wurden mittels Wurfzetteln auf die Sperrung hingewiesen. Polizei und Feuerwehr bitten allerdings darum, dass sich Nachbarn auch untereinander informieren.

Die Einsatzkräfte hoffen darauf, dass alle Anwohner vernünftig sind und die Sperrungen nicht ignorieren. "Es gibt Leute, die testen das aus, ob die Absperrungen wirklich funktionieren. Das ist nicht schön, weil dadurch das Ganze gestoppt wird und das eine Riesenkette nach sich zieht“, sagt Andreas Mohn, Sprecher der Feuerwehr Frankfurt.

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Die Bildkombination zeigt eine Karte mit dem Evakuierungsgebiet und ein Symbolfoto einer Bombe.

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Wenn alles glatt läuft, so hoffen Polizei und Feuerwehr, wird die Entschärfung der Bombe bis 18 Uhr abgeschlossen sein. Vielleicht sogar früher - vorausgesetzt es läuft alles nach Plan. Sobald es eine offizielle Freigabe gibt, können Anwohner zurück in ihre Wohnungen.

Wo soll ich mich aufhalten?

Im Zoogesellschaftshaus am Alfred-Brehm-Platz wird eine Betreuungsstelle für Anwohner eingerichtet, die am Sonntag ab 7 Uhr geöffnet ist. Dort soll es auch einen Imbiss geben. Parkplätze stehen allerdings nicht zur Verfügung. Für alle Personen, die die Unterkunft aufsuchen möchten, gibt es Busse. Diese fahren zahlreiche Haltestellen im Ostend an. Die Fahrten beginnen ab 6 Uhr und enden um 7.45 Uhr. Die Mitfahrt in den Bussen ist kostenlos.

Die Stadt Frankfurt bietet zudem einen Gutschein an: Anwohner haben am Sonntag freien Eintritt in die städtischen Museen und den Palmengarten. Die Sicherheitskräfte und Helfer, die im Einsatz sein werden, bekommen ebenfalls einen Gutschein. Diesen können sie zu einem späteren Zeitpunkt einlösen.

Fahren Busse und Bahnen noch?

Beim öffentlichen Nahverkehr kommt es am Sonntag zu Einschränkungen.
Beim öffentlichen Nahverkehr kommt es am Sonntag zu Einschränkungen. Bild © Michelle Goddemeier

Ab 8 Uhr wird der öffentliche Nahverkehr in dem betroffenen Bereich eingestellt. Der umfasst unter anderem den Ostbahnhof, die Bahntrassen der nord- und südmainischen Eisenbahn, die U-Bahnstation Ostbahnhof, verschiedene Straßenbahnlinien und Busse.

Beim S-Bahn-Verkehr soll es ab 12 Uhr zu größeren Einschränkungen kommen. Betroffen sind die S-Bahn-Stationen Ostendstraße und Mühlberg. Auf allen S-Bahn-Linien außer der S7 kommt es zu Teilausfällen. Die Linien S3 bis S6 fahren zwar noch durch den Tunnel, allerdings ohne an der Ostendstraße zu halten. Über Fahrplanänderungen und Sperrungen informieren RMV und VGF.

Wo bekomme ich Hilfe?

Wer Hilfe benötigt, wird gebeten, sich beim Bürgertelefon (069-212-111) oder online bei der Feuerwehr zu melden. Im Evakuierungsbereich liegen auch ein Pflegeheim und das Kinderhospital Clementine. Laut Feuerwehr wurden am Samstagmorgen die ersten Bewohner aus dem Heim verlegt. Helfer brachten unter anderem 25 Wachkomapatienten in andere Heime und Krankenhäuser.

Wo kann ich mich am Sonntag informieren?

Aktuelle Informationen gibt es am Sonntag bei hessenschau.de, den hr-Radiowellen und über unseren Twitterkanal. Das hr-fernsehen berichtet in zwei hessen-extra-Sondersendungen: um 11.30 Uhr und um 20.15 Uhr. Auch Polizei und Feuerwehr werden am Sonntag über Twitter und online über den aktuellen Stand informieren.

Wie wird sichergestellt, dass alle Bewohner ihre Wohnungen verlassen haben?

Zahlreiche Polizisten werden am Sonntag im Einsatz sein. Sie überprüfen, voraussichtlich zwischen 8 und 12 Uhr, ob alle Einwohner die Sperrzone verlassen haben. "Dann werden Gebäude kontrolliert, es wird überall geklingelt, es wird Durchsagen geben“, sagt Feuerwehr-Sprecher Andreas Mohn. Zusätzlich soll ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera zum Einsatz kommen. Ziel ist, dass die Sperrzone auch wirklich menschenleer ist. Erst dann können die Experten vom Kampfmittelräumdienst mit ihrer Arbeit beginnen.

Die Beamten des 5. Polizeireviers sind von der Evakuierung selbst betroffen. Sie werden in der Zeit von der Wasserschutzpolizei aufgenommen. Unter den gewohnten Telefonnummern werden dennoch Anrufe und Anzeigen entgegengenommen, versicherte eine Polizeisprecherin. Ansonsten könnten Strafanzeigen auch online und in anderen Polizeirevieren aufgenommen werden.

Was passiert mit dem Zoo und der EZB?

Der Frankfurter Zoo liegt zwar nicht im Sperrgebiet, bleibt am Sonntag aber trotzdem geschlossen. Morgens sollen die Tiere im südlichen Teil noch normal gepflegt und gefüttert werden, während der Entschärfung aber in ihre Häuser und Ställe gebracht werden. Das betrifft vor allem die Huftiere wie Giraffen oder Okapis, aber auch die Menschenaffen. "Den gesamten Zoo mit allen Tieren in so kurzer Zeit zu evakuieren – das wäre unmöglich gewesen“, sagt Sprecherin Christine Kurrle.

Die Europäische Zentralbank muss ebenfalls komplett evakuiert werden. Ein Sprecher sagte dem hr, dass es keine Probleme gebe. Alle Abläufe und das operative Geschäft könnten auch von externen Arbeitsplätzen aufrecht erhalten werden. Die Sicherheit des Gebäudes sei gewährleistet. Wie die EZB das ohne Security-Personal umsetzen wird, wollte er nicht verraten.

Was soll ich von zuhause mitnehmen?

Anwohner sollen vor allem wichtige persönliche Dokumente einpacken: Personalausweis, Führerschein oder medizinische Unterlagen. Auch wichtige Medikamente sollten unbedingt mitgenommen werden. Zusätzlich sollten Bewohner an Spezialverpflegung wie Babynahrung denken.

Was mache ich mit meinem Haustier?

Tiere sind in der Notunterkunft im Zoogesellschaftshaus nicht erlaubt. Nach Informationen des Ordnungsamts ist es möglich, Haustiere zuhause zu lassen. Problematisch wird es allerdings vor allem dann, wenn die Evakuierung länger als geplant dauern sollte. Falls Tiere, wie zum Beispiel Hunde, nicht in der Wohnung bleiben können, müssen diese eigenständig woanders untergebracht werden.

Wie verlasse ich meine Wohnung?

Die Feuerwehr Frankfurt bittet alle Anwohner die Wohnung "urlaubsreif" zu verlassen. Das bedeutet: Die Fenster sollen geschlossen sein. Zudem sollten die Rollläden heruntergelassen und die Eingangstüren abgeschlossen werden.