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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nach 15 Vorbestrafungen: Stalker aus Frankfurt muss in Psychiatrie

Justizia Sujet Gericht Urteil

Mehr als ein Jahrzehnt lang hoffte eine Frau vergeblich auf den Schutz der Justiz: Ein Stalker kam immer wieder mit Bewährungsstrafen davon. Damit ist nun Schluss.

Das Landgericht in Frankfurt hat einen Stalker verurteilt und ihn dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. Der 38-Jährige hatte einer jungen Frau, die er nur vom Sehen kannte, über zwölf Jahre "im Liebeswahn" nachgestellt. Die Strafkammer verhängte am Mittwoch zudem drei Jahre Haft wegen Nachstellens, gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung.

Er ist laut Urteil schwer psychisch krank, deshalb nur vermindert schuldfähig, aber für die Allgemeinheit gefährlich. Ein Psychiater attestierte ihm neben einer Persönlichkeitsstörung eine paranoid halluzinatorische Schizophrenie. Direkt nach der Urteilsverkündung wurde der Angeklagte im Gerichtssaal festgenommen und kam anschließend in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Angeklagter verstieß gegen alle Bewährungen

Laut Urteil hatte der Angeklagte die Frau seit 2008 teilweise auf Schritt und Tritt verfolgt. Er hielt sich dabei weder an gerichtliche Kontaktverbote noch an mehrere Hausverbote in dem Krankenhaus, in dem die 32-Jährige arbeitete. Dabei wurde er gegen Familienmitglieder der Frau gewalttätig. Die räuberische Erpressung wurde an einem Kiosk in der Nähe seiner Wohnung begangen.

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik hat der Vorsitzende Richter zudem die Justiz gerügt. Der Angeklagte sei früh kriminell geworden, war mittlerweile 15-mal vorbestraft, habe aber jedes Mal wieder eine Bewährungsstrafe erhalten. Immer wieder habe er gegen Auflagen verstoßen.

Das Opfer sagte aus, dass sie alles getan habe, was nötig gewesen sei. Dennoch hätte der Staat ihr nicht geholfen.

Sendung: hr-iNFO, 5.2.2020, 16.00 Uhr