Mann mit Radarmessgerät 'Halt Polizei' Kelle im Vordergrund

Den wohl unverschämtesten Raser beim diesjährigen "Speedmarathon" hat die Polizei in Frankfurt geblitzt. Die meisten haben sich - vielleicht auch wegen der angekündigten Kontrollen - aber an das Tempolimit gehalten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizei-Bilanz zum Blitzer-Marathon mit Radarkontrollen

Polizeibeamte im Einsatz beim Aufbau einer Blitzanlage
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Nach der landesweiten Tempo-Überwachung beim "Speedmarathon" am Mittwoch hat die Polizei Bilanz gezogen. Die Zahl der Verstöße sank demnach zwar im Vergleich zu den Vorjahren. Doch einige Raser blitzten die Beamten doch. Die gröbsten Vergehen:

  • Der Fahrer eines Sportwagens in Frankfurt beschleunigte in einer 80er-Zone auf mehr als 200 km/h. Ehe er von einer Zivilstreife der Kontrolleinheit Autoposer, Raser, Tuner (KART) gestoppt wurde, hatte der Beifahrer den Beamten noch triumphierend den Mittelfinger gezeigt. "Die Stimmung schlug schlagartig um, als die Polizisten den Wagen, den Führerschein des Fahrers sowie das Mobiltelefon des Beifahrers sicherstellten", berichteten die Beamten.
  • Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt waren auch Autofahrer in Wiesbaden. Er bretterte mit 129 km/h über die Ludwig-Erhard-Straße. Erlaubt ist dort Tempo 50. Auf dem Gustav-Stresemann-Ring erreichte ein Fahrer 126 km/h.
  • In Hanau gab ein Raser nichts auf die Beschränkung in einer 30er-Zone. Er fuhr dort mit 64 km/h.
  • Besonders eilig hatte es ein Kurierfahrer im Lahn-Dill-Kreis. Auf der Bundesstraße 255 zwischen Herborn und Gladenbach war er mit 137 statt der erlaubten 100 km/h unterwegs. Er transportierte Corona-Proben in ein Labor nach Marburg, wie er den Beamten sagte.

93 Raser verloren Führerschein

Die Polizei erwischte 93 Verkehrsteilnehmer, die sie als Raser einstufte. Sie müssen für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten. 917 Fahrerinnen und Fahrer müssen mit einem Bußgeld zwischen 70 und 120 Euro sowie einem Punkt in der Verkehrssünder-Kartei rechnen.

Insgesamt wurden über 7.000 Autos mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt. Gerechnet auf die rund 210.000 Fahrzeuge, die die 200 Messstellen passierten, entspricht das einer Quote von 3,4 Prozent. In den Vorjahren lag die Quote höher (2020: 3,92 Prozent, 2019: 4,3 Prozent, 2018: 5 Prozent). Die Polizei resümierte: Wenn das Tempolimit überschritten wurde, dann meist nur geringfügig.

Kontrollstellen vorab veröffentlicht

Das kommt nicht überraschend. Die Beamten veröffentlichten - wie in den Vorjahren - die Orte der Messstellen in ganz Hessen vorab. Jeder konnte sich also darauf einstellen, wo geblitzt wird. Vor Beginn der Aktion kritisierte der ADAC den Aktionstag. Die Verkehrsexperten bezweifeln die Nachhaltigkeit des Blitzer-Marathons.

Der Polizei ging es nach eigenen Angaben nicht darum, möglichst viele Fahrer zu erwischen. Vielmehr sollte ein Beitrag zur Unfallprävention geleistet werden. Die Gefahren durch zu schnelles Fahren sollten ins Bewusstsein gerufen werden. "Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor bei einem Verkehrsunfall, wenn es um die Schwere der Folgen geht", erklärte ein Polizeisprecher.

Sendung: hr4, 22.04.2021, 17.30 Uhr