Stau in Wiesbaden

Am zweiten Pendlertag nach Sperrung der Salzbachtalbrücke hat sich das Verkehrschaos in Grenzen gehalten. Wiesbadens Oberbürgermeister fürchtet dennoch "einschneidende Folgen" für die Stadt. Und ein Verkehrsforscher rät zu Homeoffice.

Auch am Dienstagmorgen hat die Sperrung der Salzbachtalbrücke auf der A66 bei Wiesbaden die Geduld vieler Autofahrerinnen und Autofahrer im Rhein-Main-Gebiet gefordert. Die Verkehrslage sei aber "deutlich entspannter" als am Montag, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Polizeihubschrauber sei am Morgen im Einsatz gewesen, um sich aus der Luft einen Überblick über die Verkehrssituation zu machen. Die Polizei empfahl weiterhin, das Gebiet über die A60, A643 und A67 weiträumig zu umfahren. Wegen der gesperrten Brücke hatte es im Berufsverkehr zum Start in die Woche auf einigen Strecken erhebliche Verzögerungen gegeben.

Ausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr

Nicht besser ergeht es Bahnpendlern, denn der Wiesbadener Hauptbahnhof ist vom Streckennetz abgeschnitten. Dort fahren Busse als Ersatz. Im Bahnverkehr komme es zu Ausfällen und Verspätungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag.

Betroffen seien unter anderem ICE-Züge zwischen Wiesbaden und Frankfurt sowie zwischen Wiesbaden und Mannheim. Auch die Strecke von Köln nach Mannheim sei betroffen. Es verkehrten zudem keine Regionalzüge und S-Bahnen, mit Ausnahme der Regionalzüge Wiesbaden - Niedernhausen - Limburg (Lahn).

"Einschneidende Folgen"

Nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke über die A66: Ein Fahrradfahrer im Berufsverkehr.

Nach Auskunft der Autobahngesellschaft seien die Sperrungen über "viele Wochen, wenn nicht gar Monate, notwendig" teilte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mit. "Derzeit sind alle Verantwortlichen von Bund, Land und Stadt dabei, mit Sofortmaßnahmen die Auswirkungen auf den Verkehr einzugrenzen", sagte Mende. "Trotzdem wird das leider einschneidende Folgen haben."

Wie sich diese Folgen lindern lassen, wird intensiv diskutiert. "Die naheliegenden Optionen - Umleitungen im Straßennetz und Busersatzverkehre für die ausfallenden Züge - wurden schon beziehungsweise werden in den nächsten Tagen ergriffen", analysierte Volker Blees, Professor im Studiengang Mobilitätsmanagement an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden, die Lage. "Doch die Optionen sind hier begrenzt und können den Ausfall der Salzbachtalbrücke nicht ausgleichen. Im Schienennetz rächt sich nun, dass in den letzten Jahren das Gleisnetz auf das unbedingt Notwendige zurückgebaut worden ist."

Homeoffice als Lösung

Um die nun stark begrenzten Kapazitäten im Verkehrsnetz nicht zu überlasten und den notwendigen Verkehr sicherzustellen, rät Blees dazu, nicht unbedingt notwendige Fahrten einzusparen - und "besonders effektiv" könne die Verlagerung der Mobilität in den digitalen Raum sein. Anders ausgedrückt: Die Menschen sollten möglichst aus dem Homeoffice arbeiten, wie bereits in der Pandemie "eingeübt".

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