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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Drohschreiben mit unbekanntem Pulver

Einsatzkräfte vor dem SPD-Büro in Hofheim

Im Wahlkreisbüro der SPD in Hofheim ist ein Drohbrief eingegangen. Adressiert ist das Schreiben an die Landesvorsitzende Nancy Faeser - unterschrieben ist der Brief mit "NSU 2.0". Der Staatsschutz ermittelt.

Ein Brief mit weißem Pulver hat am Freitagnachmittag in Hofheim (Main-Taunus) einen Feuerwehr- und Polizeieinsatz ausgelöst. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) vom Samstag war der Brief an das Wahlkreisbüro der SPD Main-Taunus gerichtet.

Büromitarbeiter alarmiert die Polizei

SPD-Sprecher Christoph Gehring bestätigte dem hr, dass der Drohbrief an die hessische SPD-Vorsitzende Nancy Faeser adressiert und mit "NSU 2.0" unterschrieben war.

Ein junger Büromitarbeiter habe den Brief geöffnet und darin eine Textbotschaft sowie verdächtiges weißes Pulver gefunden. Der Mann habe sofort die Polizei Hofheim alarmiert.

Pulver erweist sich als ungefährlich

Noch vor Ort hatte die Feuerwehr ausschließen können, dass von dem unbekannten Pulver eine Gefahr ausgeht.

Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Über den Inhalt des NSU-2.0-Briefes ist noch nichts bekannt. Nach Parteiangaben war es das erste Mal, dass Faeser ein solches Schreiben erhielt.

Nancy Faeser erklärte am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie werde sich niemals einschüchtern lassen und weiter entschlossen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus kämpfen. Der Polizei vor Ort dankte sie für "die umsichtige Reaktion".

Gestern habe ich in meinem Wahlkreisbüro einen Drohbrief mit einem weißen Pulver erhalten unterzeichnet mit #NSU20 . Meiner Familie und mir geht es gut. Klar ist: ich werde mich niemals einschüchtern lassen und weiter entschlossen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus kämpfen

[zum Tweet]

Bei dem Täter könnte es sich um einen Trittbrettfahrer handeln. Vor einigen Tagen war in Berlin der mutmaßliche Verfasser zahlreicher NSU-2.0-Drohschreiben festgenommen worden.

Weitere Informationen

Die NSU-2.0-Affäre

Die NSU-2.0-Affäre Seit August 2018 erhielten bundesweit Personen des öffentlichen Lebens Drohschreiben mit volksverhetzenden, beleidigenden und drohenden Inhalten, die mit "NSU 2.0" signiert waren. Zu den Empfängerinnen zählten unter anderem die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız sowie die langjährige Fraktionschefin der Linken im Hessischen Landtag, Janine Wissler. Besonders beunruhigend: Die Schreiben enthielten personenbezogene Daten der Adressaten und ihrer Familienmitglieder, die nicht frei zugänglich sind und auf die eigentlich nur Sicherheits- und Ordnungsbehörden Zugriff hatten.

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Sendung: hr3, 22.05.2021, 13 Uhr