Alexander Falk mit seinen Verteidigern Daniel Wölky und Björn Gercke vor dem Prozessauftakt am Frankfurter Landgericht wegen versuchter Anstiftung zu einem Tötungsdelikt

Alexander Falk, Erbe des Stadtplan-Imperiums, steht mal wieder vor Gericht. Er soll ein Attentat auf den Anwalt eines Prozessgegners in Frankfurt in Auftrag gegeben haben. Er habe etwas ganz anderes gewollt, sagte er zum Auftakt der Verhandlung.

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Im September nahm die Polizei Alexander Falk fest. Im Januar erhob die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage wegen versuchter Anstiftung zu einem Tötungsdelikt. Seit Mittwochmorgen steht der Erbe des Stadtplanverlags deswegen vor dem Landgericht Frankfurt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Falk vor, im Jahr 2009 in einem Hamburger Restaurant einen Mittelsmann mit der Ermordung eines Frankfurter Rechtsanwalts beauftragt zu haben. Dazu soll er einen Umschlag mit Bargeld übergeben haben.

Im Februar 2010 lauerte der nach wie vor unbekannte Täter dem Rechtsanwalt in Frankfurt-Harheim auf und verletzte ihn durch einen Schuss ins linke Bein. Motiv für den Mordauftrag seien Habgier und Rachegelüste gewesen. Falk bestreitet die Vorwürfe.

Falk bestreitet Mordauftrag

"Diesen Auftrag habe ich nicht gegeben", sagte der 50-Jährige in einer rund einstündigen Stellungnahme vor Gericht. Er sitze seit knapp einem Jahr in Haft für eine Tat, die er nicht begangen habe: "Einen feigen Anschlag in Auftrag zu geben, widerspricht allem, was mir wichtig ist, meiner Erziehung, meinen Werten, meinem Sportsgeist." Unmittelbar vor Verhandlungsbeginn hatte er gesagt, er sei froh, dass der Prozess beginne und er seine Unschuld beweisen könne.

Falk räumte allerdings ein, einen Datendiebstahl unter anderem bei dem betroffenen Anwalt in Auftrag gegeben zu haben, um in einem Rechtsstreit seine Unschuld zu beweisen.

Der Anwalt, der den Angriff überlebte, war damals mit einer Zivilklage gegen Falk betraut. Nach Angaben des Frankfurter Landgerichts ging es um Pfändungen in Höhe von 30 Millionen Euro. Hintergrund waren demnach Schadenersatzforderungen einer englischen Gesellschaft in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro. Im Jahr 2012 wurde Falk vom Hamburger Landgericht zur einer Zahlung von 209 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt.

Angriff als Warnung?

Laut Medienberichten aus dem Jahr 2010 hatte der Schütze dem Anwalt aus kurzer Distanz gezielt einmal ins Bein geschossen. Dieser Angriff wurde von Ermittlern schon damals als mögliche Warnung aufgefasst.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozessauftakt gegen Alexander Falk in Frankfurt

Alexander Falk, Erbe des Stadtplan-Verlags, bei einem früheren Verfahren 2012 vor dem Landgericht Hamburg
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Falk soll schon 2010 ins Visier der Ermittler geraten sein. Damals habe man ihm jedoch nichts nachweisen können. Der damalige Internetunternehmer saß zu diesem Zeitpunkt eine mehrjährige Gefängnisstrafe wegen Bilanzmanipulation ab. Er soll, nachdem Anfang der 2000er-Jahre die Internetblase geplatzt war, die Zahlen bei seiner Inios Internet AG gefälscht haben. Falk hatte nach dem Verkauf des Stadtplanverlags Geld in Internetunternehmen investiert und galt zeitweise als einer der 100 reichsten Deutschen.

Verteidigung: Belastender Zeuge ist kriminell

Falk sitzt seit September 2018 in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger Björn Gercke erklärte vor der Verhandlung, sein Mandant sei unschuldig. Die Staatsanwaltschaft stütze sich unter anderem auf einen kriminellen Zeugen, der für seine Aussage 100.000 Euro Belohnung verlangt habe. Eine Tonbandaufnahme, die die Anklage als Beweismittel anführe, sei manipuliert. Falk räume darauf auch keinen Mordauftrag ein. Es sei dennoch versucht worden, die Familie damit zu erpressen.

Das Gericht will mehr als 20 Zeugen und mehrere Sachverständige vernehmen. Bisher hat das Gericht Termine bis in den Dezember angesetzt.

Weitere Informationen

Falk-Verlag

Der Falk-Verlag war bis zu seiner Auflösung auf Stadtpläne und Landkarten spezialisiert. Das Unternehmen war bis 1996 im Familienbesitz und ging danach in verschiedene Besitze über. 2012 wurde Falk zum Teil der Reiseverlagsgruppe Mairdumont GmbH.

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Sendung: hr-iNFO, 21.08.2019, 7.50 Uhr