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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kollegen zu Tode geprügelt: Mildes Urteil für Stallknecht

Justizia Sujet Gericht Urteil

Stockschläge, Fausthiebe, Fußtritte: So hat ein Stallknecht einen anderen im südhessischen Büttelborn getötet. Nun fand er einen milden Richter.

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge hat das Darmstädter Landgericht einen 40 Jahre alten Stallknecht zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der geständige Mann hatte im Oktober 2019 auf einem Reiterhof in Büttelborn (Groß-Gerau) einen 46 Jahre alten Kollegen immer wieder geschlagen bis dieser ein tödliches Schädel-Hirn-Trauma erlitt.

"Zwei Betrunkene haben miteinander gestritten", beschrieb der Vorsitzende Richter Volker Wagner in der Urteilsbegründung am Freitag die Geschehnisse. Er nannte das Urteil, das nun rechtskräftig ist, milde.

Zwei Promille im Blut

Die beiden Männer hätten schon den ganzen Tag über getrunken und am Abend jeweils um die zwei Promille gehabt. Der Streit sei eskaliert und beide hätten sich geprügelt, sagte der Richter.

Dabei habe sich der Angeklagte als klar überlegen erwiesen. Darauf wiesen rund zwei Dutzend Verletzungen durch Stockschläge, Tritte und Fausthiebe gegen Rumpf und Kopf des Getöteten hin - der Angeklagte war dagegen nur oberflächlich verletzt.

Angeklagter verzichtet auf Rechtsmittel

Das Gericht folgte mit seinem Urteil den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Beide hatten darauf hingewiesen, dass der Angeklagte beim Nachbarn war, um den Notarzt zu rufen und den Rettungsdienst auf dem Grundstück eingewiesen hatte. Staatsanwaltschaft und Angeklagter verzichteten auf Rechtsmittel.

Sendung: hr4, 05.06.2020, 12.30 Uhr