Vollgelaufene Tiefgarage nach Unwetter in Bad Soden

Heftige Unwetter haben am Freitag erneut über Hessen gewütet. Besonders betroffen waren Wiesbaden und der Main-Taunus-Kreis. Hier wurden Straßen überflutet, auch auf der A66 ging zeitweise nichts mehr.

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hessenschau vom 14.08.2020
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Am Freitagnachmittag kamen sie: Die Unwetter, vor denen der Deutsche Wetterdienst schon am Morgen gewarnt hatte. Vor allem im Main-Taunus-Kreis sorgten heftige Regenfälle für Überschwemmungen. Bis zum Abend mussten die Einsatzkräfte zu rund 500 Einsätzen ausrücken, wie ein Polizeisprecher sagte. Schwerpunkte seien Bad Soden, Kelkheim und Liederbach gewesen, wo zahlreiche Keller und auch mehrere Tiefgaragen vollliefen.

Auch ein Supermarkt stand nach Polizeiangaben unter Wasser und musste ausgepumpt werden. Durch das Unwetter wurden auch mehrere Bäume entwurzelt, die teils Zufahrtstraßen blockierten, sagte der Polizeisprecher.

Bad Sodener Altstadt unter Wasser

In Bad Soden sorgte der Starkregen in kürzester Zeit für überflutete Straßen. Betroffen war laut Feuerwehr unter anderem die Königsteiner Straße, die mitten durch die Stadt führt sowie die gesamte Altstadt. Die Wassermassen seien aus höher gelegenen Stadtteilen in die Altstadt geflossen, hieß es. Menschen seien bei den Überflutungen nicht zu Schaden gekommen.

Probleme gab es auch in zwei westlichen Stadtteilen Frankfurts, nachdem der Starkregen im Main-Taunus-Kreis den Liederbach hatte so stark anschwellen lassen, dass er über die Ufer trat, wie die Feuerwehr Frankfurt mitteilte. Dies sorgte an mehreren Stellen für Überflutungen und vollgelaufene Keller. Betroffen davon waren die Stadtteile Unterliederbach und Höchst. Etwa 60 bis 70 Feuerwehrleute hätten an rund 15 Einsatzstellen gearbeitet und dabei Sandsäcke geschichtet, Angeschwemmtes entfernt, Wasser aus Kellern gepumpt und betroffenen Bewohnern der anliegenden Häuser geholfen.

Unwetter Bad Soden

Zwischen Kelkheim und Königstein (Hochtaunus) musste die Bundesstraße B455 wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Auf der Autobahn A66 bei Wiesbaden kam es durch die Wassermassen auf der Fahrbahn zeitweise zu knapp zehn Kilometern Stau. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Am frühen Abend war der Spuk vorerst wieder vorbei.

Weitere Unwetter angekündigt

Für die kommenden Tagen sind aber weitere Unwetter und Gewitter mit heftigen Regenfällen angekündigt. "Das Hauptproblem ist der Starkregen, der lokal auftreten kann", erklärte hr-Wetterexperte Mark Eisenmann. Weil sich die zahlreichen Schauer und Gewitter zum Teil nur langsam verlagerten, könne es regional auch länger regnen.

Dazu könne vereinzelt Hagel oder auch mal eine Sturmböe kommen, so Eisenmann: "Das kann im ganzen Land auftreten. Punktuell kann es dann zu heftigen Ereignissen kommen." Die Temperaturen bleiben auch am Samstag unter der 30-Grad-Marke, je nach Wetterlage liegen sie zwischen 21 und 28 Grad.

Mehr Sonne am Sonntag

Ein bisschen besser sind die Aussichten für den Sonntag: Vor allem im Süden Hessens wird es überwiegend sonnig. Für den Norden rechnet der Wetterexperte allerdings weiterhin mit teils heftigen Gewittern. Die Temperaturen steigen auf 23 bis 30 Grad an.

Auch der Start in die kommende Woche fällt ähnlich aus. "Am Montag überquert uns eine Kaltfront. Es gibt verbreitet Schauer und Gewitter, die ebenfalls wieder kräftig sein können", kündigte Eisenmann an. Bei bis zu 27 Grad sind auch wieder Sturmböen und Hagel möglich.

Unwetter seit Mitte der Woche

In den vergangenen Tagen hatten Unwetter in vielen Regionen Hessens Schäden angerichtet. Allein in Frankfurt musste die Feuerwehr am Dienstag 360 Mal ausrücken, nachdem mehrere Bäume umgestürzt und zahlreiche Keller vollgelaufen waren. Umgestürzte Bäume sorgten auch für Probleme im Bahnverkehr in Hanau, zwischen Frankfurt und Friedrichsdorf sowie im Lahn-Dill-Kreis.

Umgestürzter Baum in Frankfurt

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.08.2020, 19.30 Uhr