In Schwalmtal-Brauerschwend schwoll durch die Wassermassen ein Bach an.
In Schwalmtal-Brauerschwend schwoll durch die Wassermassen ein Bach an. Bild © hessennews.tv

Heftige Regengüsse haben die Feuerwehr vielerorts auf Trab gehalten. In Kronberg im Taunus liefen mehr als 100 Keller voll. Im Schwalmtal schwoll ein Bach zu einem Fluss an. Das Fuldaer Stadtfest musste unterbrochen werden.

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Unwetter haben am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag die Feuerwehren in weiten Teilen Hessens beschäftigt. Unter anderem in Osthessen, Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet gingen heftige Regengüsse nieder, verbunden mit Gewittern.

Im Kronberger Stadtteil Oberhöchstadt (Hochtaunus) füllten sich innerhalb weniger Minuten mehr als 100 Keller mit Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Im Ortskern treffen mehrere Bäche zusammen, die überliefen. Im ganzen Stadtgebiet hatten die Feuerwehr nach eigenen Angaben rund 200 Einsätze.

Laut Deutschem Wetterdienst gingen auf das Gebiet bis zu 60 Liter Wasser auf den Quadratmeter nieder. Die Wassermassen trafen auch Teile von Eschborn (Main-Taunus).

Kennzeichen aus Verankerungen gedrückt

Einsatzkräfte aus dem ganzen Taunus waren bis zum Sonntagmorgen im Einsatz, um Schäden zu beheben. Die Arbeiten sollen am Montag weitergehen. Während der Aufräumungsarbeiten sammelte die Feuerwehr am Sonntag auch Autokennzeichen ein, die vom Wasser aus den Verankerungen an den Fahrzeugen gedrückt worden waren. Die Polizei machte die Besitzer ausfindig.

Auch in Groß-Gerau, Lampertheim (Bergstraße) und Rüdesheim (Rheingau-Taunus) liefen zahlreiche Keller voll. Die Feuerwehr musste teilweise wegen großer Wassermassen anrücken. Bei Schwalmtal (Vogelsberg) musste die B254 wegen Wasser auf der Fahrbahn gesperrt werden. Bei Bad Wildungen-Mandern (Waldeck-Frankenberg) rollte eine Schlammlawine über die B253. Die Reinungsarbeiten dauerten bis nach Mitternacht.

Lage auf Fuldaer Stadtfest "chaotisch"

Feuerwehrautos in Flieden.
Glück im Unglück hatten die Bewohner dieses Hauses in Flieden am Samstag: Ein Blitzschlag löste keinen Brand aus. Bild © osthessen-news.de

Auch Kreis Fulda waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Unter anderem schlug in Flieden ein Blitz in ein Wohnhaus ein, entfachte aber kein Feuer, wie ein Feuerwehrsprecher berichtete. Weitere Einsätze gab es vor allem in Künzell, Petersberg und in Fulda - dort musste das Stadtfest am Abend kurzzeitig unterbrochen werden. Ein Polizeisprecher nannte die Lage zwischenzeitlich "ziemlich chaotisch". Am Bahnhof in Fulda wurde die Unterführung überflutet.

Bei den Einsätzen handelte es sich nach Feuerwehrangaben mehrheitlich um hochgedrückte Gullydeckel. Die Kanalisation habe die Wassermengen nicht aufnehmen können.

75 Einsätze in Frankfurt

Auch in Frankfurt hatte die Feuerwehr viel zu tun: 75 Einsätze wurden abgearbeitet, sagte ein Sprecher hessenschau.de. Der Schwerpunkt lag auf den nördlichen Stadtteilen Eschersheim, Dornbusch und Bergen-Enkheim.

Dort brannten zwei Gartenhütten nach einem Blitzeinschlag ab. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Außerdem liefen zwei Tiefgaragen voll, in Kellern von Wohnhäusern stand Wasser. Von Verletzten war nichts bekannt.