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zum Video "Staubteufel" wütet auf Wanderweg

Ein Staubteufel auf einem Wanderweg.

Ein Mini-Tornado entwickelt sich auf einem Wanderweg, plündert einen Papierkorb und nimmt Kurs auf einen Spaziergänger: Per Handyvideo hat eine hessenschau.de-Nutzerin den sogenannten Staubteufel eingefangen. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Ein seltenes Naturschauspiel bot sich hessenschau.de Nutzerin-Nicole Rieth aus Freigericht (Main-Kinzig) am Montagnachmittag: Bei einer Wanderung in den Michelbacher Weinbergen, kurz hinter der Grenze zu Bayern, entwickelte sich vor ihren Augen ein Staubteufel - ein Mini-Tornado aus Wind und Staub.

Mehrere Sekunden lang zog der knapp einen Meter breite und einige Meter hohe Wirbel über den Wanderweg, fuhr dabei auch über einen Papierkorb hinweg und wehte den Müll in die Luft. "Kurz vorher hatten wir oben in den Weinbergen schon einen Staubteufel gesehen, deswegen hielt ich das Handy schon parat, als der zweite kam", erzählt Rieth.

Physikalisches Prinzip wie beim Tornado

Dabei seien solche Mini-Tornados eher selten zu beobachten, sagt hr-Meteorologe Tim Staeger. Damit sich ein Staubteufel bilden könne, müssten mehrere Bedingungen zusammenkommen. Die Wahrscheinlichkeit sei nachmittags am höchsten, wenn die Sonne den Boden bereits aufgeheizt hat, so Staeger.

"Wenn die Luft am Boden besonders stark erwärmt wird, steigt sie schnell auf. Böiger Wind kann dann zum Beispiel an einer Mulde zu einer Verwirbelung führen." Die aufsteigende Luft gerät also in Rotation und bewegt sich über den Boden - "das physikalische Prinzip ist dasselbe wie bei einem Tornado", erklärt Staeger.

In der Regel ungefährlich

Es gebe Ecken, in denen das häufiger vorkomme, meint der hr-Experte: "Dazu muss der Wind aber aus der richtigen Richtung kommen und die richtige Stärke aufweisen. Und es braucht die nachmittäglichen Aufwinde." Auch die Bodenbedingungen müssten stimmen.

Die Lebensdauer eines Tornados korreliere mit seiner Größe. In den USA ziehen Tornados mit einem Durchmesser von mehreren hundert Metern oft stundenlang über Land und richteten eine Schneise der Verwüstung an. In Deutschland könnten sich Gewittertornados mit einem Durchmesser von 50 bis 100 Metern bilden, die dann schon einmal 20 Minuten halten, erklärt Staeger.

"Die kleinste Form, die wir in dem Video sehen, ist in der Regel aber ungefährlich. Das dürfte sich schnell auflösen. Da kann mal die Frisur zerzausen oder ein kleiner Gegenstand durch die Luft fliegen, aber eine Gefahr geht von solchen Staubteufeln nicht aus", so der Meteorologe.