Mann mit Regenponcho auf dem Fahrrad

Nach zahlreichen Glätteunfällen mit viel Blechschaden und mehreren Verletzten müssen Autofahrer am Wochenende keine Rutschpartie mehr befürchten. Der Winter präsentiert sich bis auf Weiteres von seiner schmuddeligen Seite.

Die gute Nachricht zuerst: Die Zeit der Glätteunfälle ist vorbei. Sorgten vereiste Straßen zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen für mehrere teils folgenschwere Rutschpartien, wird die Lage in Hessen in den kommenden Tagen deutlich entspannter.

Schon im Laufe des Freitags steigen die Werte bei etwas Regen oder Schnee in den Plusbereich, wie hr-Meteorologe Tim Staeger vorhersagt: "Es wird insgesamt milder. Nur oberhalb von 500 Metern ist mit winterlicheren Verhältnissen zu rechnen."

Auch in den Nächten werde es kaum frostig. Die Kehrseite des Ganzen: Bei vielen Wolken, Nieselregen und Temperaturen bis 7 Grad hat die Sonne keine Chance. "Bis auf Weiteres bleibt es schmuddelig", sagt Staeger.

Kälte bleibt in Skandinavien

Schuld an der tristen Witterung ist ein konstantes Hoch über den britischen Inseln, das in seinen Ausläufern feucht-milde Meeresluft mit sich bringt. Während es in den Staulagen der Alpen zu teils heftigen Schneefällen führen kann, macht der Winter um Hessen einen großen Bogen. "Dazu müsste sich die Luftdruckkonstellation komplett umstellen", erklärt Staeger. Das passiere aber nicht von heute auf morgen.

Ob es der Winter, der mit bis zu minus 30 Grad derzeit in Teilen Skandinaviens herrscht, noch nach Mitteleuropa schafft, ist noch nicht absehbar. In der kommenden Woche, so hr-Experte Staeger, könnte es in Hessen zumindest wieder einen Ticken winterlicher werden.

Sechs Verletzte auf B45 bei Rodgau

Rettungseinsatz in Rodgau

Glatteis hatte am Donnerstagabend und Freitagfrüh zu zahlreichen Unfällen geführt. Auf der B45 bei Rodgau (Offenbach) schleuderten drei Autos von der in Folge von Blitzeis spiegelglatten Fahrbahn. Dabei wurden sieben Personen verletzt, zwei davon schwer.

Die Rettungskräfte hatten wegen der Glätte selbst große Probleme bei der Anfahrt zur Unfallstelle, wie ein Feuerwehrsprecher bestätigte.

Autos rutschen von glatten Straßen

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zum Video Glätteunfälle in Hessen

hsk
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Auch bei Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) krachte es am Donnerstagabend. Eine 19-Jährige verlor auf der glatten Landstraße zwischen den Stadtteilen Niederklein und Schweinsberg die Kontrolle über ihr Auto. Sie schleuderte in den Gegenverkehr und krachte dort frontal mit dem Wagen eines 51-Jährigen zusammen.

Feuerwehreinsatz bei Romrod

Beide Autofahrer sowie die 43-jährige Beifahrerin der Frau und der 49-Jährige Beifahrer des Mannes wurden schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Bei Romrod (Vogelsberg) rutschte ein Auto auf einer Landstraße von der winterglatten Fahrbahn und überschlug sich auf dem angrenzenden Feld. Beide Insassen verletzten sich bei dem Unfall, eine Person musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden.