Regionalbahn im Bahnhof Gießen

Zugreisende zwischen Gießen und Friedberg brauchten viel Geduld: Die Deutsche Bahn hat wegen Personalmangels ein Stellwerk stundenlang stillgelegt. Der Fahrgastverband Pro Bahn ist aus mehr als einem Grund verärgert.

Aufgrund einer "kurzfristigen Krankmeldung" hat die Deutsche Bahn das Stellwerk in Gießen-Bergwald zwischen 21 Uhr am Freitag bis 6 Uhr am Samstagmorgen wegen Personalmangels stillgelegt. Das hatte erhebliche Auswirkungen auf den Regionalverkehr im Raum Gießen. Betroffen waren die Verbindungen auf der Strecke zwischen Gießen und Friedberg, sagte ein Bahnsprecher am Samstag. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen.

29 Züge von Störung betroffen

Die Linien RE30, RB40/41 und RB 49 sowie die Linien der Hessischen Landesbahnen RB 98/99 waren von der Störung betroffen. "Insgesamt waren 27 Züge der Deutschen Bahn betroffen", so der Bahnsprecher.

Die Züge aus Norden wendeten demnach in Gießen, jene aus Süden in Friedberg oder Butzbach. Auf Seiten der HLB fielen zwei Züge zwischen Gießen und Butzbach aus.

Als Ersatz wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Seit dem Samstagmorgen laufe der Betrieb wieder normal. Informationen über die Zahl der betroffenen Bahnpassagiere lagen dem Bahnsprecher am Samstagnachmittag nicht vor.

Fahrgastverband kritisiert Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnet den Vorfall als Skandal. Durch die Störung der einzigen Verkehrsachse mit durchgängigen schnellen Regionalzügen zwischen Rhein-Main und Nordhessen seien zahlreiche Wochenendpendler nicht mehr zu ihren Zielen gekommen und gestrandet.

"Entweder kam es zu deutlichen Wartezeiten von mehr als einer Stunde in Gießen oder es bestand kurze Zeit später überhaupt keine Verbindung mehr", erklärte Pro Bahn. Die Information über den Ausfall sei zu spät kommuniziert worden. Zudem sei dies nicht die erste Stellwerksschließung aufgrund Personalmangels auf der Strecke.

Hinweis: In einer ersten Version waren uns die Tage durcheinander geraten. Jetzt ist klargestellt: Die Sperrung ist am Samstagmorgen aufgehoben worden.

Sendung: hr-INFO, 24.01.20, 21.30 Uhr