Blick in die Mündung einer Schreckschusspistole
Erst gab es einen verbalen Streit, dann ein Handgemenge, am Ende zog Khan eine Waffe. Bild © picture-alliance/dpa

Der Islamkritiker Zahid Khan soll als AfD-Wahlkämpfer in Frankfurt einen Anwohner mit der Waffe bedroht haben. Die Auseinandersetzung hat für beide Kontrahenten ein polizeiliches Nachspiel.

Im Umfeld des Wahlkampfs der AfD war es am Sonntag in Frankfurt-Seckbach zu einem aggressiven Zwischenfall gekommen. Dabei wurde eine Schusswaffe sichergestellt, berichtete die Polizei am Dienstag.

Der als Islamkritiker bekannte Zahid Khan hatte Flyer für die AfD verteilt. Dabei geriet er mit einem kurdischstämmigen Kritiker aneinander. Laut Polizei hatten beide nach einem verbalen Schlagabtausch miteinander gekämpft. "Plötzlich tauchte eine Schusswaffe auf", erklärte ein Polizeisprecher. Die hinzugerufenen Beamten stellten die Schusswaffe sicher.

Ermittlungen wegen Bedrohung und Körperverletzung

Die Tageszeitung junge Welt hatte am Dienstag von dem Angriff berichtet. Demnach hatte der Anwohner Güven O. Khan und weitere AfD-Aktivisten aufgefordert, die Siedlung zu verlassen. Khan soll seine Waffe aus der Tasche geholt, sie durchgeladen und seinem Kontrahenten an den Kopf gehalten haben, zitiert das Blatt den Zeugen.

Die beiden Männer hätten sich gegenseitig wegen Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung angezeigt, teilte die Polizei mit. Ob die Waffe scharf war, ist noch unklar.

AfD verteidigt Khans Vorgehen

Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Hessen, Robert Lambrou, verteidigte das Vorgehen Khans. Er sei noch vom Ort des Geschehens aus von einem anwesenden AfD-Mitglied angerufen worden und gehe nach dessen Darstellung von einer Bedrohungslage für Khan aus.

"Es ist nicht das erste Mal, dass einer unserer Helfer angegriffen wird. Sie haben das Recht, Flyer zu verteilen. Wenn jemand von ihnen angegriffen wird, haben sie das Recht, sich angemessen zur Wehr zu setzen", sagte Lambrou dem hr. Bei Khan sei es aufgrund seiner Gefährdungslage rechtlich abgesichert, dass er eine Waffe trage.

Khan wurde wegen islamkritischer Äußerungen bereits mehrfach attackiert. 2013 hatten ihm zwei bewaffnete Angreifer in einem Wald bei Rodgau aufgelauert. Diesen Angriff wehrte er mit mehreren Schüssen ab. Kahns 24-jährige Tochter Mary tritt bei der Landtagswahl als Kandidatin für die AfD in Frankfurt an.

Sendung: hr-iNFO, 23.10.2018, 15 Uhr